„Bombardierung von Kana war Versehen“
Israelische Luftwaffe greift erneut Beirut an

Die israelische Luftwaffe hat ihre Angriffe auf die von der radikal-islamischen Hisbollah kontrollierten Vororte der libanesischen Hauptstadt wieder aufgenommen, während die Bodentruppen im Süden des Landes auf erbitterten Widerstand stoßen. Gleichzeitig räumt das israelische Militär erste Fehler ein.

HB BEIRUT/JERUSALEM. Im südlichen Beiruter Stadtteil Dahieh, einer Hochburg der Hisbollah-Miliz, schlugen in der Nacht zu Donnerstag vier Raketen ein. Auch Brücken und Straßen nahe der libanesisch-syrischen Grenze und im Bekaa-Tal waren Ziele israelischer Luftangriffe. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor.

Die Hisbollah-Miliz hatte am Mittwoch mehr als 210 Raketen auf Israel geschossen, so viele wie bislang noch nie an einem Tag seit Beginn des Konflikts vor drei Wochen. Die israelischen Bodentruppen stießen im Süden des Libanons weiter auf erbitterten Widerstand. Bei Gefechten in dem grenznahen Dorf Aita al Schaab wurde ein israelischer Soldat getötet, wie die Streitkräfte am frühen Donnerstagmorgen mitteilten. Vier Soldaten seien verletzt worden.

Israelische Truppen waren am Dienstag in die von der Hisbollah kontrollierte Ortschaft eingerückt, seitdem kommt es dort zu schweren Kämpfen, die nach Angaben des israelischen Armeerundfunks am frühen Donnerstag anhielten. Der Fernsehsender der Miliz berichtete, ein israelischer Panzer sei zerstört worden.

Am Mittwochabend berichteten Augenzeugen von mindestens fünf Luftangriffen auf die Umgebung der Bergdörfer Lweiseh, Dschbaa, Sarba und Ein Busuar, rund 20 Kilometer von der Nordspitze Israels entfernt.

Die israelischen Streitkräfte gestanden unterdessen einen Fehler bei der Bombardierung des Dorfes Kana ein. In der libanesischen Ortschaft starben am Sonntag 56 Menschen, die meisten von ihnen Frauen und Kinder. In einem in der Nacht zum Donnerstag veröffentlichten Untersuchungsbericht zu dem Vorfall, der weltweit Empörung hervorrief, wirft Israel aber auch der Hisbollah-Miliz vor, Zivilpersonen als Schutzschilde für ihre Raketenangriffe zu nutzen.

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