Bombay-Anschläge
USA folgen Terrorspuren nach Pakistan

Die indische Regierung deutete zuletzt mal mehr, mal weniger dezent an, dass die Drahtzieher des Terrors von Bombay in Pakistan vermutet werden. Neu ist, dass nun auch US-Experten zum gleichen Schluss kommen. Konkrete Beweise gibt es allerdings nicht.

HB BRÜSSEL/WASHINGTON. Die Spuren der Bombay-Attentäter weisen auch aus Sicht der USA nach Pakistan. "Es gibt viele Gründe für die Annahme, dass es eine ganz oder teilweise in Pakistan ansässige Gruppe war", sagte ein Vertreter des US-Außenministeriums am Rande des Treffens der Nato-Außenminister am Dienstag in Brüssel. Die Quelle seiner Informationen nannte er nicht. Die USA stützen damit die These Indiens, das die Drahtzieher der Anschlagserie in Pakistan vermutet und die Auslieferung von 20 Verdächtigen fordert.

Laut einem Bericht von ABCNews.com sollen US-Geheimdienstler ihre indischen Kollegen bereits Mitte Oktober über einen möglichen Angriff informiert haben. Dabei sei es auch um das Taj Mahal Hotel gegangen, berichtete die Nachrichtenseite unter Berufung auf nicht näher genannte Kreise. Die US-Regierung äußerte sich nicht zu dem Bericht, bestätigten aber, dass vor den Anschlägen Warnungen weitergereicht worden seien.

Die zehn Attentäter hatten vergangene Woche bei ihrem beispiellosen Sturmlauf durch Bombay mehr als 180 Menschen getötet, darunter mindestens einen Deutschen. Ein als Tatverdächtiger festgenommener Mann ist nach Angaben der indischen Polizei pakistanischer Staatsbürger. Pakistan hat die indischen Vorwürfe zurückgewiesen und seinem Nachbarland Hilfe bei den Ermittlungen angeboten. US-Außenministerin Condoleezza Rice flog am Dienstag nach Neu Delhi, um die Spannungen zwischen den beiden atomar bewaffneten Mächten zu lockern. Indien und Pakistan haben seit ihrer Unabhängigkeit vor 61 Jahren drei Mal Krieg gegeneinander geführt.

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