Bombay
Sondereinheiten stürmen Hotels in Bombay

Sondereinheiten in der westindischen Finanzmetropole Bombay haben am Donnerstag mit der Stürmung des von Terroristen besetzten Luxushotel „Trident Oberoi“ begonnen. In dem angegriffenen in der indischen Finanzmetropole Bombay hat es am Donnerstag eine Explosion gegeben. Eine Reuters-Journalistin berichtete vom Ort des Geschehens, es habe dort Explosionen gegeben. Sie habe eine laute Detonation vernommen. Zuvor hatten die Attentäter die Freilassung aller in Indien inhaftierten Islamisten gefordert.

HB BOMBAY. Die Geiselnahme im Luxushotel „Taj Mahal“ in Bombay ist nach Angaben der Polizei beendet. Es seien aber noch immer Gäste in ihren Hotelzimmern gefangen, erklärte der Chef der Staatspolizei am Donnerstag.

Die Muslime in Indien sollten nicht länger verfolgt werden, sagte einer der im Hotel „Oberoi Trident“ verschanzten Angreifer am Donnerstag in einem Telefongespräch mit dem Fernsehsender India TV. Auch ein jüdischer Rabbi und seine Familie wurden offenbar von den Angreifern als Geiseln genommen. Die Familie sitze in einem Wohngebäude im Süden der Stadt fest, sagte ein Sprecher des jüdischen Verbands von Indien. u den Anschlägen bekannte sich eine weitgehend unbekannte Gruppe namens „Deccan Mujaheddeen“. Unter den Todesopfern war mindestens ein Japaner. Ob auch Deutsche betroffen waren, war zunächst unklar.

Bei den Anschlägen auf mehrere Touristenzentren in der indischen Finanz-Metropole Bombay sind nach Polizeiangaben mindestens 101 Menschen getötet und 287 verletzt worden. Zudem wurden ausländische Geiseln in zwei Luxus-Hotels genommen, darunter im berühmten „Taj Mahal“. Unter den Toten befinden sich nach offiziellen Angaben auch zwölf Polizisten, darunter der Chef der Anti-Terror-Einheit der Stadt, sowie vier Angreifer.

Ein Deutscher, der aus dem „Taj Mahal“ entkommen konnte, berichtete, zwei seiner Kollegen seien noch immer im Hotel gefangen. Auch im Fünf-Sterne-Hotel „Trident Oberoi“ im Stadtzentrum waren am Donnerstagmittag Ortszeit weiterhin Gäste eingeschlossen. „Viele Leute sitzen in den zwei Hotels offenbar in der Falle“, sagte ein Beamter in der Polizeizentrale. „Wir haben Berichte von anhaltenden Schießereien, vor allem aus dem Taj Mahal.“ Mindestens zwei der gefangenen Gäste riefen über ihre Handys TV-Sender an. Einer sagte, die Türen der Notausgänge seien verschlossen, der andere berichtete von zwei Leichen im Swimming-Pool der Hotelanlage. Einem TV-Sender zufolge gehen Sondereinheiten der Polizei inzwischen gegen die Angreifer im „Oberoi“ vor.

Die pakistanische Regierung verurteilte inzwischen die Anschläge. Indien hat in der Vergangenheit wiederholt pakistanische Stellen beschuldigt, islamistische Gruppen zu unterstützen, die Angriffe in der Unruheregion Kaschmir und in anderen Regionen des Subkontinents verübten.

Kleine Gruppen von Angreifern hatten am späten Mittwochabend mit automatischen Waffen und Handgranaten bewaffnet die beiden Hotels, ein Krankenhaus, einen Bahnhof und ein bei Touristen beliebtes Café attackiert. Fernsehbilder zeigten Bewaffnete auf einem Pick-up, die während der Fahrt durch das Stadtzentrum von Bombay in die Menschenmenge schossen. Die Täter suchten offenbar gezielt nach Personen mit britischem und amerikanischem Pass.

Die indische Präsidentin verurteilte die Terroranschläge scharf. „Diese sinnlose Attacke wurde von Leuten ausgeführt, die keinen Respekt vor dem Leben haben, die einen Weg der Zerstörung gehen“, sagte Pratibha Patil in Hanoi. Sie hält sich zu einem viertägigen Staatsbesuch in Vietnam auf. „Es werden Geiseln festgehalten, die Behörden kümmern sich. Ich hoffe, dass dieses Leid schnell beendet wird und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden.“ Die Präsidentin werde nicht nach Indien zurückkehren, sondern ihre Reise wie geplant in Indonesien fortsetzen, teilte die indische Botschaft in Hanoi mit.

Wegen der Anschlagsserie in Bombay bleiben die indischen Finanzmärkte am heutigen Donnerstag geschlossen. Es war unklar, wie lange die Schließung dauern wird.

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