Bombe explodiert im Wachhäuschen der Polizei
Druck auf Thailands Regierung wächst

Die Machtprobe zwischen der Opposition und der Regierung in Thailand hat am heutigen Montag an Schärfe zugenommen. Demonstranten drohten damit, die Wasser- und Stromversorgung einzelner Behörden zu kappen.

HB BANGKOK. Angesichts der anhaltenden Demonstrationen gegen seine Regierung sagte Samak einen geplanten Besuch in Japan ab. Eine Sondersitzung des Parlaments brachte keine Lösung der Krise. Der Ministerpräsident lehnte einen Rücktritt weiterhin ab.

"Wir sind sehr enttäuscht, dass die Parlamentssitzung nichts Neues ergeben hat", sagte ein Führungsmitglied der konservativen Protestbewegung um die Volksallianz für Demokratie (PDA), Somsak Kosaisuk. "Wir haben keine andere Wahl, als den Druck auf die Regierung zu erhöhen." Verbündete der Demonstranten bei Gewerkschaften und Versorgungswerken berieten am Montag über ihre Strategie. Sie kündigten an, sie würden den Sitz der Polizei und Büros der Provinzverwaltung noch am gleichen Tag von der Wasserversorgung abschneiden.

Am frühen Morgen explodierte eine Bombe in einem Wachhäuschen der Polizei, ohne dass jemand verletzt wurde. Stunden später kündigte eine Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes ab Mittwoch einen Streik in 43 Unternehmen an.

Aus Regierungskreisen verlautete, hinter dem Anschlag stehe die PAD. Auch die Polizei machte die Opposition verantwortlich. "Wir haben erwartet, dass so etwas passiert", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur Nachrichtenagentur Reuters. Ein POD-Vertreter wies die Vorwürfe zurück. "Das würde Demonstraten nur vertreiben, nicht mehr Leute zu einer Teilnahme locken", sagte er.

Hunderte Bahn-Mitarbeiter setzten unterdessen ihren Streik fort, so dass der Schienenverkehr zwischen Bangkok und den nördlichen und südlichen Gebieten des Landes praktisch zum Erliegen kam. Betroffen waren der Personen- und der Frachtverkehr. Das siebenköpfige Direktorium der Bahn trat am Montag geschlossen zurück und erklärte, es wolle so die Verantwortung für die Probleme während des Streiks übernehmen. Der Amtssitz des Ministerpräsidenten wurde den sechsten Tag in Folge von Demonstranten belagert.

Die Sondersitzung des Parlaments dauerte elf Stunden und ging am Montagmorgen ohne Ergebnis zu Ende. Samak verteidigte sich vor den Abgeordneten und erklärte, er sei rechtmäßig zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Er warf den Demonstranten vor, die Demokratie zerstören zu wollen. Der Regierungschef bekräftigte, er werde sich den Forderungen der Protestbewegung nicht beugen. Auch die Opposition hatte ihn aufgefordert, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen anzusetzen.

Die PDA unterstützt den Militärputsch von 2006, bei dem der damalige Regierungschef Thaksin Shinawatra gestürzt wurde. Dem im Dezember 2007 gewählten Ministerpräsidenten Samak wirft die Protestbewegung vor, von Thaksin gesteuert zu werden. Die Demonstranten machen die vom Westen beeinflusste Demokratie dafür verantwortlich, dass die Korruption zunimmt. So erhalte die ländliche Mehrheit zu viel Einfluss. Die arme Bevölkerung sei empfänglicher für Stimmenkauf, die der Korruption Vorschub leiste.

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