Bombe im Flugzeug
Offenbar Terroranschlag im Iran vereitelt

Nur zwei Tage nach dem schweren Bombenattentat auf eine Moschee haben die iranischen Sicherheitsbehörden Medienberichten zufolge nur knapp einen Anschlag auf ein Verkehrsflugzeug vereitelt. Auf einem Inlandsflug nach Teheran mit 131 Passagieren an Bord sei kurz nach dem Start am Samstagabend ein Sprengsatz gefunden worden, meldete die halb-amtliche Nachrichtenagentur Fars am Sonntag.

HB TEHERAN. Die Kish-Air-Maschine sei sofort umgekehrt. Nach einer Notlandung hätten Sicherheitskräfte den Sprengsatz entschärft. Weitere Einzelheiten nannte die Agentur nicht. Die amtliche Nachrichtenagentur Irna berichtete von einer „Verschwörung gegen den Flug“, die vereitelt worden sei. Dabei erwähnte sie den Sprengsatz nicht. Die Täter seien festgenommen worden. Die Maschine war in Ahwas gestartet, der Hauptstadt der Provinz Chusestan, wo der Großteil der iranischen Ölfelder liegt. Die südwestliche Provinz an der Grenze zum Irak ist zugleich Heimat der arabischen Minderheit. Am Donnerstag waren bei einem Bombenanschlag vor einer schiitischen Moschee in der südöstlich gelegenen Stadt Sahedan 25 Menschen getötet und mehr als 120 verletzt worden. Es war der schwerste Anschlag seit dem iran-irakischen Krieg von 1980 bis 1988. Sahedan liegt in der Provinz Sistan-Baluchistan an der Grenze zu Afghanistan und Pakistan, der Heimat der mehrheitlich sunnitischen Minderheit der Balutschen.

Die Regierung lastete die Taten Gegnern der Islamischen Republik an, die in zwei Wochen ihren Präsidenten wählt. Dabei treten mehrere Reform-Kandidaten gegen den national- konservativen Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad an. „Die Feinde wollen vor der Präsidentenwahl das Gefühl schüren, die Sicherheit sei bedroht“, sagte Mohammed Hassan Kasemi, ein Kommandeur der Eliteeinheit der Revoultionsgarden Irna.

Zuvor hatte das geistliche Oberhaupt des Golfstaates, Ajatollah Ali Chamenei, Vorwürfe gegen die USA bekräftigt und den Anschlag in Sahedan „Mächten“ zugeschrieben, „die sich einmischen“. Es gebe keinen Zweifel daran, dass an den Händen dieser Kräfte und deren Spionagedienste das Blut Unschuldiger klebe. Alle Iraner müssten auf „Verschwörungen der Feinde“ achten, betonte er.

Wegen des Attentats wurden staatlichen Medien zufolge drei Männer am Samstag öffentlich hingerichtet. Die Verurteilten seien in der Nähe von Sahedan gehängt worden, meldete die Nachrichtenagentur Irna. Nach Angaben eines örtlichen Justizvertreters wurden die Hingerichteten in einem rechtmäßigen Verfahren verurteilt. Das Attentat sei mit Sprengstoff verübt worden, den die Angeklagten ins Land gebracht hätten, sagte Ebrahim Hamidi. Das Gericht warf den Männern demnach zudem die Bedrohung der nationalen Sicherheit vor sowie die Verwicklung in terroristische Aktivitäten. Zu dem Attentat hatte sich eine sunnitische Oppositionsgruppe namens Dschundollah (Soldaten Gottes) bekannt.

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