Bomben auf Tel Aviv
„Wann hört das endlich auf?“

Sirenen, Keller und Luftschutzräume: Nichts ist mehr normal in Tel Aviv. Kinder bleiben den Spielplätzen fern, eine Taxifahrt wird zum Sicherheitsrisiko. Denn Raketen bestimmen den Alltag. Ein Stimmungsbericht.

Tel AvivDer Weckdienst rüttelt jeden auf. Kurz nach acht Uhr heulen heute morgen im Großraum Tel Aviv die Sirenen auf, schrill und eindringlich. Weil wir im Keller keinen Luftschutzraum haben, eilen wir ins Treppenhaus, weil es dort sicherer ist als in der Wohnung. Mit unseren Nachbarn, mit denen wir sonst wenig Kontakt haben, mutieren wir im Nu zur Solidargemeinschaft.

Jeder und jede hält sich in diesen Tagen für einen Militärexperten. Die Apothekerin Varda kennt die Reichweite der Raketen, die im Besitz der Radikal-Islamisten sind, der Fahrer Moshe ist über die Zahl der Geschosse informiert, die im Gazastreifen gelagert sind. Die Sekretärin Ilana, die am Morgen zur Arbeit fahren wollte, ist zu Hause geblieben, um die Kinder zu beruhigen. Plötzlich ein Knall – irgendwo in der Nachbarschaft ist eine Rakete aufgeprallt. Dann Entwarnung. Der Rundfunk meldet, dass die Eiserne Kuppel Raketen abgefangen hat.

Innerhalb von 24 Stunden sollen mehr als 100 Raketen auf Israel abgefeuert worden sein, berichtet die israelische Regierung. Doch auch Israel fliegt weiter Angriffe: Am zweiten Tag ihrer Großoffensive hat die israelische Armee ihre Angriffe auf Ziele der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen verstärkt. Kriegsflugzeuge griffen am Mittwochmorgen nach Militärangaben mehr als 160 Stellungen an. Mindestens 14 Menschen wurden getötet, darunter mehrere Kinder und Zivilisten.

Hier ist die Lage eigentlich noch schlimmer. Denn anders als in Israel gibt es im Gazastreifen kein Vorwarnsystem bei Raketenangriffen. Es gibt keine Warnsirenen und die meisten Menschen haben auch keine Schutzräume, in denen sie Zuflucht suchen könnten. Viele Einwohner des Gazastreifens harren deshalb zuhause aus, während um sie herum die Raketen einschlagen. Bei gezielten Angriffen auf Häuser von militanten Palästinensern warnt die israelische Armee .

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Heute gibt es keinen Stau

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