Bomben in Scharm al-Scheich
Ägypten fahndet nach fünf Pakistanern

Auch an den Terroranschlägen im ägyptischen Touristenort Scharm al-Scheich waren anscheinend Pakistaner beteiligt. Die Polizei verteilte Flugblätter mit Fotos der gesuchten Männer. Zudem sorgte ein neues Bekennerschreiben für Unruhe.

SCHARM AL-SCHEICH. Insgesamt handele es sich um fünf Verdächtige aus Pakistan. Ein sechster Pakistaner werde verdächtigt, als Selbstmordattentäter die Autobombe gezündet zu haben, die ein Hotel verwüstet hatte, hieß es aus Sicherheitskreisen.

Nach Angaben des Nachrichtensenders Al-Arabija tauchte inzwischen auf einer Islamisten-Internetseite ein neues Bekennerschreiben einer Gruppe namens Gotteskrieger Ägyptens auf. Darin heißt es, fünf Angehörige der Gruppe hätten die Anschläge in Scharm el Scheich verübt. Das zuvor veröffentlichte Bekennerschreiben im Namen der „Assam-Brigaden“ sei eine Fälschung. Die Echtheit beider Schreiben war zunächst unklar.

Bei der Explosion von drei Sprengsätzen waren in der Nacht zum Samstag in Scharm al-Scheich nach offiziellen ägyptischen Angaben 67 Menschen ums Leben gekommen. Andere Quellen sprechen von bis zu 88 Toten. Ein Teil der Opfer konnte noch nicht identifiziert werden.

Bisher nahm die ägyptische Polizei etwa 90 Verdächtige fest. Der ägyptische Präsident Husni Mubarak kündigte einen entschlossenen Kampf seiner Regierung gegen den Terrorismus an. Dem Auswärtigen Amt in Berlin lagen weiterhin keine Hinweise vor, dass sich Deutsche unter den Toten und Schwerverletzten befinden. Nach Angaben des Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalterverbandes (DRV) erlitten zwei deutsche Jugendliche Schnittwunden.

Die meisten der rund 4200 deutschen Urlauber, die sich zum Zeitpunkt der Anschläge in der Region befanden, wollen dort ihre Ferien fortsetzen. Scharm el Scheich erstreckt sich über mehrere Buchten entlang der Westküste der Sinai-Halbinsel. Etwa 350 Deutsche, die in der betroffenen Naama-Bucht untergebracht waren, wurden in drei Sonderflügen in die Heimat zurückgebracht.

Die TUI und andere Reiseanbieter wollen nach eigenen Angaben in der kommenden Woche planmäßig weiter in Richtung Scharm el Scheich starten. Ein Sprecher des Veranstalters Thomas Cook sagte, bisher seien nur wenige Personen von ihrer gebuchten Reise nach Ägypten zurückgetreten.

Mehrere hundert Hotel-Angestellte und Touristen demonstrierten am Sonntagabend in Scharm el Scheich gegen den Terrorismus. „Terroristen sind die Feinde Gottes“, skandierten sie. „Wir wollen der Welt zeigen, dass Muslime keine Terroristen sind“, sagte der 28 Jahre alte Mustafa Eltary, dessen Bruder Hassan als Gärtner im Ghazala-Hotel gearbeitete hatte und bei dem Anschlag ums Leben gekommen war.

Die Bundesregierung wie die USA und andere Länder verurteilten die Anschläge. „Wir dürfen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus nicht nachlassen“, betonte Bundeskanzler Gerhard Schröder. Papst Benedikt XVI. sagte beim Sonntagsgebet: „Rufen wir den Allmächtigen an, damit er die Hand der Mörder stoppt ... und ihre Herzen zum Geist der Versöhnung und des Friedens bekehrt.“

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