Bombenalarm
Terroristen nehmen Paris ins Visier

In einem großen Pariser Kaufhaus sind am Dienstagmorgen fünf Sprengsätze entdeckt und entschärft worden. Eine bislang unbekannte Gruppierung namens „Afghanische Revolutionäre Front“ hatte kurz zuvor in einem Bekennerschreiben vor „mehreren Bomben“ gewarnt.

ali/HB PARIS. Die Sprengsätze waren zwischen dem ersten und zweiten Stock des berühmten Kaufhauses Printemps nahe der Pariser Oper platziert, wie die Polizei mitteilte. Das Bekennerschreiben der „Afghanische Revolutionäre Front“ sei bei der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (afp) eingegangen. Die Gruppe habe die genaue Lage der Sprengsätze angegeben. Die Polizei geht deshalb von einer Warnung aus und nicht von einem Anschlagsversuch. Zunächst war nicht bekannt, woraus die Sprengsätze bestanden. Dann teilte das Innenministerin mit es handle sich um drei bis fünf Dynamitstangen, diese hätten aber keine Zünder gehabt.

Nach Polizeiangaben waren verdächtige Pakete auf Toiletten im Kaufhaus Printemps abgelegt worden. Nach einem Bombenalarm wurde das Großkaufhaus im achten Stadtbezirk evakuiert. Sprengstoffexperten bargen die verdächtigen Pakete und brachten sie zur Analyse in ein Labor der Pariser Polizei. „Nach allem, was wir bisher wissen, waren die gefundenen Objekte nicht scharf geschaltet. Wir ermitteln derzeit, um die Täter zu finden“, erklärte Innenministerin Michèle Alliot-Marie. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy rief sein Land nach dem Fund von Sprengsätzen zu Wachsamkeit und Entschlossenheit aufgerufen. „Jeder von uns sollte in seinen Reaktionen sehr vorsichtig sein“, sagte Sarkozy auf einer Pressekonferenz in Straßburg.

Wie es weiter heißt, fordert die mysteriöse „Afghanische Revolutionäre Front“ den Abzug der französischen Truppen aus Afghanistan. Frankreich hatte zuletzt sein Truppenkontigent um 700 Mann verstärkt. Schlagzeilen machte im Sommer ein Feuergefecht zwischen französischen Truppen und den Taliban-Rebellen. Bei dem Hinterhalt waren zehn französische Soldaten ums Leben gekommen.

Das Kaufhaus Printemps gehört zu den berühmtesten der französischen Hauptstadt. Es liegt neben den Galeries Lafayette am Boulevard Haussmann gegenüber der historischen Oper Garnier. Hunderttausende Kunden und ausländische Touristen strömen während der Vorweihnachtszeit durch den sechsstöckigen Konsumtempel.

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