Bombenanschläge in Mumbai
Indische Polizei nimmt hunderte Verdächtige fest

Die indische Polizei sucht mit Hochdruck nach den Drahtziehern der Bombenanschläge von Mumbai. In der Nacht zum Donnerstag wurden hunderte Menschen in der westindischen Finanzmetropole vorübergehend festgenommen und befragt.

HB MUMBAI. 23 der Verdächtigen würden weiterhin verhört, berichtete der Nachrichtensender NDTV unter Berufung auf die Polizei. Die Ermittler hätten Phantomzeichnungen von Verdächtigen angefertigt. Als Hauptverdächtige gelten zwei muslimische Terrorgruppen. Bei den Explosionen am Dienstag kamen etwa 200 Menschen ums Leben, mehr als 700 wurden verletzt.

Aus dem Innenministerium hieß es, die Polizei konzentriere sich bei den Verhören auf Anhänger der in Indien verbotenen islamischen Studentenbewegung SIMI. SIMI steht im Verdacht, die Anschläge gemeinsam mit der angeblich aus Pakistan heraus operierenden Terrorgruppe Laskarh-e-Toiba (Armee der Reinen) geplant und ausgeführt zu haben. Laskarh-e-Toiba und SIMI waren von der indischen Regierung bereits für einen Anschlag im August 2003 verantwortlich gemacht worden, bei dem mehr als 50 Menschen getötet worden waren.

Pakistan hat indes jegliche Beteilung an den Terroranschlägen kategorisch zurückgewiesen. „Man kann Pakistan wirklich nicht für alles verantwortlich machen, das ist schlicht unfair“, sagte Außenminister Khurshid Kasuri in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. Der Kaschmir-Konflikt sei nicht das einzige Problem des Nachbarstaats Indien. „Es gibt dort viele Gruppierungen, die alle ihr eigenen Süppchen kochen.“

Kasuri verurteilte die „verabscheuungswürdigen Taten“ in Mumbai. Die Ermordung von Frauen und Kindern sei mit nichts zu rechtfertigen, betonte der pakistanische Außenminister. Pakistan sei zum Kampf gegen den Terrorismus gerüstet und habe schon viele extremistische Organisationen verboten. Die indischen Ermittler hatten zuvor erklärt, die Ausführung der Anschläge könne auf die in Kaschmir aktive Untergrundorganisation Lashkar-e-Tayyaba hindeuten.

Indien hat Pakistan wiederholt aufgefordert, die „terroristische Infrastruktur“ auf seinem Territorium zu zerstören und insbesondere eben in Kaschmir. Im indischen Teil dieser von beiden Atommächten beanspruchten Himalaya-Region kämpfen muslimische Extremisten seit Jahren für die Unabhängigkeit oder den Anschluss an Pakistan. Der Konflikt hat schon mehr als 66 000 Menschen das Leben gekostet.

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