Bombenanschlag
Antisyrischer Politiker im Libanon getötet

In der libanesischen Hauptstadt Beirut sind am Mittwoch bei einem Bombenanschlag zehn Menschen in den Tod gerissen worden, darunter ein syrienkritischer Parlamentsabgeordneter. Unter den Opfern seien auch der Sohn des Politikers und zwei weitere Begleiter, hieß es. Neun Personen seien zudem bei dem Anschlag verletzt worden.

HB BEIRUT. Auf Fernsehbildern war ein völlig zerstörtes Auto in der Nähe eines Vergnügungsparks am Meer zu sehen. Es war der sechste Anschlag in der libanesischen Hauptstadt in den vergangenen vier Wochen. Bei dem Abgeordneten handelte es sich um Walid Eidoo, der zur syrienkritischen Fraktion von Saad al-Hariri gehört. Im Libanon sind in der Vergangenheit wiederholt syrienkritische Politiker ermordet worden.

Im Februar 2005 starb Saad al-Hariris Vater, Ex-Ministerpräsident Rafik al-Hariri, bei einem Bombenanschlag in Beirut. Uno-Ermittlungen ergaben, dass die Spur der Täter nach Syrien führt. Ein Sondertribunal der Vereinten Nationen soll das Verbrechen jetzt aufklären. Pro-syrische Kräfte im Libanon hatten die Entscheidung des Uno-Sicherheitsrats massiv kritisiert.

Bei neuen Kämpfen zwischen dem libanesischen Militär und islamischen Extremisten wurden im Norden des Landes unterdessen zwei Soldaten getötet. Die Al-Kaida-nahe Organisation Fatah al-Islam griff in der Nähe des palästinensischen Flüchtlingslagers Nahr al-Bared einen Armeeposten an, wie Sicherheitskreise mitteilten. Dabei sei es zu den Todesopfern gekommen. Die Armee habe daraufhin Positionen der Extremisten beschossen.

Bei den schwersten Kämpfen seit dem Bürgerkrieg von 1975 bis 1990 sind seit dem 20. Mai mindestens 140 Menschen ums Leben gekommen, darunter 62 Soldaten. In dem Lager Nahr al-Bared, das früher rund 40 000 Flüchtlinge beherbergte, halten sich derzeit noch einige Tausend Menschen auf. Die offenbar überwiegend aus dem Ausland stammenden Extremisten haben sich in dem Lager verschanzt. Anführer von Fatah al-Islam ist der Palästinenser Schakar al-Abissi. Seinen Angaben zufolge unterstützt die Gruppe die Ideologie von Al Kaida, unterhält aber keine direkten Verbindungen zu ihr.

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