Bombenanschlag in Fuzhou
Weckruf für Chinas Regierung

Ein Bauer soll in Fuzhou Autobomben gelegt haben, um sich an der Justiz zu rächen - Blogger feiern das Attentat als Weckruf. Die sozialen Spannungen erreichen einen neuen Höhepunkt - sogar von Revolution ist die Rede.
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PekingIn der südchinesischen Stadt Fuzhou (Provinz Jiangxi) haben sich am Donnerstagmorgen mehrere Explosion ereignet. Vor drei öffentlichen Gebäuden seien Bomben explodiert, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur „Xinhua“ unter Berufung auf die Provinzregierung. Die Detonationen haben sich vor dem Sitz der Regierung des Bezirks Linchuan, vor der örtlichen Staatsanwaltschaft und vor der Behörde für Arzneimittelsicherheit ereignet.

Bei der Anschlagsserie sind staatlichen Medien zufolge zwei Menschen getötet und sechs weitere verletzt worden. Blogger vor Ort berichten, zwei Beamte der Bezirksregierung und ein Wachmann der Staatsanwaltschaft seien Opfer des Anschlags geworden.

Der genaue Hintergrund des Anschlags ist noch unklar. Ein Bekennerschreiben von Terroristen liegt nicht vor. Wahrscheinlich habe ein erzürnter Landwirt drei Sprengsätze gezündet um sich an der Justiz zu rächen, berichtete Xinhua unter Berufung auf Kreise der Provinzregierung von Jiangxi. Der Mann sei noch nicht gefasst worden.

Erst kürzlich habe ein Bauer öffentlich mit Vergeltung für das Unrecht gedroht, das ihm angetan worden sei, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur. Bei den beinahe zeitgleichen Detonationen in der Stadt Fuzhou seien auch zehn Autos beschädigt worden.

Die Online-Gemeinde feiert die Anschläge als Weckruf für die Regierung: Sie solle transparenter werden und für mehr Gerechtigkeit sorgen. „Die Anschläge zeigen, dass der Ärger des Volkes in eine Phase der Rache an der Regierung übergeht“, lautet eine Online-Kurznachricht auf Sina.com.

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Kommentare zu " Bombenanschlag in Fuzhou: Weckruf für Chinas Regierung"

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  • Der Bombenanschlag ist schlimm, jedoch,so hoffe ich, rüttel es die Cheffetag der Regierung auf. Eigentlichh müsste sich die Chinesische Regierung fragen,
    wieso sie eigentlich so wenig Bomben unter Ihren allerwertesten gelegt bekommen, denn es müsste sehr viele mehr sein.

  • Sozialisten unerwünscht

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