Bombenhagel in Syrien
Moskau und der Westen begraben die Friedenschance

Das syrische Aleppo erlebt die bisher schwersten Bombenangriffe. Viele Menschen sterben. Im Weltsicherheitsrat schieben sich Russland und der Westen gegenseitig die Schuld zu. Die USA werfen Moskau „Barbarei“ vor.

New York/DamaskusAngesichts der bislang schwersten Bombenangriffe auf Aleppo machen sich Russland und die westlichen Staaten gegenseitig für die Eskalation der Gewalt in Syrien verantwortlich. Bei einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats am Sonntag warf Frankreichs UN-Botschafter Francois Delattre der Regierung in Moskau vor, durch ihre Unterstützung für das Regime des syrischen Machthabers Baschar al Assad die Bemühungen um eine Waffenruhe zu unterlaufen. Sein russischer Kollege Witali Tschurkin wies das zurück. UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon sprach von „Kriegsverbrechen“, die in Aleppo verübt würden.

„Was Russland fördert und unterstützt, ist nicht Terrorbekämpfung, es ist Barbarei“, sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power. Statt nach Frieden zu streben, führten „Russland und Assad“ Krieg. „Glaubt Russland wirklich, dass es Vertrauen gewinnen kann, wenn es auf der einen Seite über Waffenruhe verhandelt und auf der anderen das Regime unterstützt, das Aleppo bombardiert?“, fragte ihr französischer Kollege Delattre.

„Frieden nach Syrien zu bringen, ist inzwischen fast unmöglich“, entgegnete Tschurkin. Er beschuldigte Washington „nicht ausreichend Einfluss auf die mit ihnen verbündeten Gruppen auszuüben“ und damit seine Verpflichtungen für die Waffenruhe nicht zu erfüllen.

Vorangegangen war in den vergangenen Tagen ein Bombenhagel des syrischen Regimes und seiner Alliierten auf die Rebellengebiete der belagerten Stadt – die bisher schwersten im gesamten syrischen Bürgerkrieg. In Aleppo und seinem Umland wurden mehr als 230 Zivilisten getötet.

Nach dem Dauerfeuer der Vortage setzten die syrische und russische Luftwaffe am Sonntag ihre Angriffe für einige Stunden aus. Die Bombardements gingen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte im Tagesverlauf aber weiter. Wieder seien mindestens 27 Menschen getötet worden, darunter auch Kinder.

Seite 1:

Moskau und der Westen begraben die Friedenschance

Seite 2:

Westen fordert Ende der Gewalt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%