Bonuszahlungen
Britische Finanzaufsicht kritisiert Boni

Die britische Finanzaufsicht verschärft den Kampf gegen exzessive Bonuszahlungen in der Finanzbranche. Die Entlohnungsprogramme sollen auf den Prüfstand gestellt werden: Banken, die kurzfristige Erfolge mit hohen Bonuszahlungen vergolden, sollen künftig als riskant eingestuft werden.

LONDON. Die britische Finanzaufsicht FSA hat einen weiteren Vorstoß zur Bekämpfung exzessiver Boni unternommen. In einem Brief an 45 der größten britischen Banken warnte FSA-Chef Adair Turner, dass garantierte Ausschüttungen gegen die neuen Entlohnungsregeln verstoßen, die im kommenden Jahr in Kraft treten sollen.

„Es ist ausgesprochen wichtig, dass der Finanzsektor nicht zu Praktiken zurückkehrt, die unzulässig sind, sobald die neuen Verhaltensrichtlinien in Kraft treten“, heißt es in dem Schreiben.

Nach Einschätzung von Regulierern und Politikern rund um den Globus haben exzessive Bonuszahlungen der Banken in den Jahren des Booms dazu beigetragen, dass die Akteure in der Finanzbranche auf den schnellen Gewinn fixiert waren und die langfristige Solidität ihrer Geschäfte vernachlässigten. Erst vor kurzem hatte FSA-Chef Turner geklagt, dass inzwischen nicht nur die Boni wieder steigen; einige Banken hätten auch die Fixgehälter drastisch erhöht, selbst Antrittsprämien ohne Bezug zum Erfolg würden wieder gewährt. Solche garantierten Boni waren bereits vor der Finanzkrise umstritten. Banken, die hochrangige Mitarbeiter bei der Konkurrenz abwerben wollten, lockten die begehrten Kräfte mit hohen Bonuszahlungen, die am Höhepunkt des Booms für zwei bis drei Jahre garantiert waren.

Die FSA hat in den vergangenenWochen im Kampf gegen exzessive Bonuszahlungen deutlich aufgerüstet. Die Reformpläne der britischen Labour-Regierung sehen vor, dass die FSA in Zukunft die Entlohnungsprogramme der Banken überprüfen soll. Institute, die weiterhin kurzfristige Erfolge mit exzessiven Boni belohnen, sollen von der Finanzaufsicht als besonders riskant eingestuft werden. Diese Banken müssten dann mehr teures Eigenkapital als Risikopuffer für ihre Geschäfte zurücklegen. Der Sonderbeauftragte der Regierung, David Walker, fordert in seinem Untersuchungsbericht, dass die Boni in Zukunft strikt an den langfristigen Erfolg gekoppelt sein müssen und die Auszahlung über einen Zeitraum von fünf Jahren gestreckt werden sollte.

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