Boom in Ex-Diktatur
Myanmar – Asiens neuer Superstar?

Die Prognosen klingen vielversprechend: Myanmar könnte zum Boomland in Asien werden. Doch noch sind die Rahmenbedingungen für Investoren durchwachsen. Deutsche Unternehmen sollten einen Einstieg in den Markt gut abwägen.
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Seitdem sich Myanmar politisch geöffnet hat, träumen Investoren von einem neuen asiatischen Boomland. Auch das Interesse deutscher Unternehmen ist in den vergangenen zwei Jahren gewachsen. „Inzwischen ist eine ganze Reihe von Delegationen nach Myanmar gereist. Es hat eine Art Überblickstourismus stattgefunden“, sagt Daniel Müller, Regionalmanager ASEAN beim Ostasiatischen Verein (OAV).

Der Demokratisierungsprozess der einstigen Militärdiktatur begann im Herbst 2010: Myanmar führte die ersten demokratischen Wahlen seit 20 Jahren durch und entließ die Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi aus ihrem 15-jährigen Hausarrest. USA und Europäische Union beendeten ihre Sanktionen – und damit die politische und wirtschaftliche Isolation der ehemaligen Militärdiktatur. "Myanmar verfolgt eine umfassende Reform- und Öffnungspolitik. Der Transformationsprozess wird aber noch länger dauern - vergleichbar mit der Öffnung Osteuropas“, sagt der deutsche Botschafter in Rangun, Christian-Ludwig Weber-Lortsch.

Doch schon jetzt locken optimistische Prognosen Investoren an: Seit der Öffnung wuchs Myanmar mit jährlichen Raten von über fünf Prozent. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet dieses Jahr mit 6,75 Prozent und hält mittelfristig ein Wachstum von acht Prozent für möglich. Laut einer McKinsey-Studie könnte sich das Bruttoinlandsprodukt bis 2030 gar vervierfachen. Müller sagt: „Wenn der Reformprozess weiter konsequent vorangetrieben wird, könnte Myanmar zu einer weiteren Erfolgsgeschichte in Südostasien werden.“    

Myanmar lockt als neuer Absatzmarkt: 60 Millionen Burmesen sind nach Jahren der Diktatur und Mangelwirtschaft unterversorgt. Momentan ist ihre Kaufkraft mit rund 850 Dollar im Jahr noch gering. Doch laut einer McKinsey-Studie könnte sich die Konsumentenklasse bis 2030 mehr als versiebenfachen – ihr stünde dann ein Gesamtbudget von 100 Milliarden Dollar zu Verfügung.

Auch ein Grund, warum sich Daimler jüngst entschlossen hat, nach Myanmar zu gehen. Noch in diesem Quartal wird der deutsche Autobauer einen Showroom in der früheren Hauptstadt Rangun eröffnen und Autos, Busse und Lastwägen von Mercedes-Benz und Mitsubishi Fuso anbieten. Daimler-Sprecherin Mareike Jahnle sagt: „Auf 1000 Einwohner kommen derzeit lediglich sieben Fahrzeuge. Bisher ist noch kein anderer Premium-Automobilhersteller vor Ort vertreten. In diesem Markt sehen wir großes Potential.“

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  • @Freidenker
    Wenn sozialistische Denkgrütze selbst im Handelsblatt normal ist, dann ist hier bald Feierabend in Deutschland. Kapitalismus an den Pranger stellen, wenn man in Deutschland schon lange keinen hat und der selbige in China hunderte von Millionen aus der Armut befreit hat. Das sind dann diejenigen die immer noch irgendwo in China einen armen Schlucker finden und mit dem Finger auf den bösen Kapitalismus zeigen.

  • Ja prima...zerstören wir (der Westen) die Natur noch mehr, schaffen Ausbeutung und Unterdrückung. Schaffen mit Protzbauten Blasen ohne Ende...Hauptsache der Kapitalismus lebt...Gott sei Dank ist dort die Armut eh vorhanden...

    DEr Mensch ist der einzigste Primat, der aus purer Gier und Lust tötet!

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