Boris Johnson „Krisen in Ukraine und Syrien wären mit Trump nicht passiert“

Der britische Außenminister Boris Johnson spricht sich bei der Münchener Sicherheitskonferenz für Donald Trump aus. Mit ihm hätte es keine Krisen in der Ukraine und Syrien gegeben. Schuld sei mangelnde Entschlossenheit.
Kommentieren
Für den britischen Außenminister hätte es die Krisen in der Ukraine und Syrien unter US-Präsident Trump nicht gegeben. Quelle: dpa
Boris Johnson

Für den britischen Außenminister hätte es die Krisen in der Ukraine und Syrien unter US-Präsident Trump nicht gegeben.

(Foto: dpa)

MünchenDie fehlende Entschlossenheit in den USA und Europa haben nach Ansicht des britischen Außenministers Boris Johnson die Krisen in Syrien und in der Ukraine erst entstehen lassen. „Bedauerlicherweise geschieht dies vor allem, weil wir als Regierungen versagt haben“, sagte er am Freitag bei der Münchner Sicherheitskonferenz. „Wir haben das nicht zu Beginn gekittet, etwa bei der Syrien-Krise, da haben wir uns zurückgehalten. Das wäre unter der neuen Regierung Trump nicht passiert“, erklärte Johnson, der ein gutes Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump pflegt.

Johnson pochte darauf, der Westen dürfe nicht darüber hinwegsehen, wenn rote Linien überschritten würden. Wenn die Regierung in Syrien über der eigenen Bevölkerung Fassbomben abwerfe, dann müsse sie dafür bezahlen. Auch könnten es Europa und die USA nicht akzeptieren, wenn ein Land in ein anderes einmarschiere und einen Teil annektiere, sagte Johnson mit Blick Russlands Vorgehen in der Ukraine. Da sei eine knallharte Reaktion des Westens nötig.

Ein „Who is who“ der Weltpolitik
Mike Pence
1 von 11

Als US-Vizepräsident ist er der ranghöchste Vertreter der neuen US-Regierung in München. Alle Augen werden deshalb auf ihn gerichtet sein. Der 57-Jährige mit dem stets akkurat getrimmten Silberhaar gilt im Gegensatz zu seinem Chef als Ruhepol. Pence steht aber auch für strammen Konservatismus. Am Samstag wird er die künftige Außenpolitik der USA erstmals auf großer Bühne darstellen.

Angela Merkel
2 von 11

Die Bundeskanzlerin will sich am Samstag mit Pence unter vier Augen unterhalten – das erste Treffen Merkels mit einem Vertreter der Trump-Regierung überhaupt. Zudem hält die 62-Jährige direkt vor Pence eine Rede. Die Kanzlerin hatte ungewöhnlich deutlich Trumps Einreiseverbot gegen Muslime kritisiert. Auch mit UN-Generalsekretär António Guterres ist Merkel verabredet.

Sergej Lawrow
3 von 11

Der russische Außenminister kann 45 Jahre diplomatische Erfahrung in die Waagschale werfen. Lawrow gilt als „Mann fürs Feine“ von Kremlchef Wladimir Putin. „Ich bin Diplomat, die Politik überlasse ich dem Präsidenten“, unterstrich der Chefdiplomat einmal. Seit 2004 schon ist der 66-Jährige im Amt. Er ist bekannt als harter Verhandlungsführer, der die diplomatische Klaviatur auszureizen versteht.

John McCain
4 von 11

Der US-Senator ist ein alter Haudegen, der auf seinen Kriegseinsatz in Vietnam ebenso stolz ist wie auf seine Kämpfe in der Politik. Seit den 1980er-Jahren sitzt McCain im US-Senat, 2008 trat der Republikaner gegen Barack Obama im Kampf um das Weiße Haus an – und verlor. Der 80-Jährige gilt als schärfster Trump-Kritiker unter den Republikanern – bereits im Wahlkampf entzog er ihm seine Unterstützung.

Antonio Guterres
5 von 11

Seit Oktober 2016 steht der Portugiese an der Spitze der Vereinten Nationen. Vorher war Guterres portugiesischer Ministerpräsident und UN-Flüchtlingskommissar – er bringt also reichlich Erfahrung mit, kennt sich mit Krisen ebenso aus wie mit den Korridoren der Macht. Nun soll der 67-Jährige als UN-Generalsekretär in einer fragmentierten Welt Brücken bauen.

Petro Poroschenko
6 von 11

Der ukrainische Präsident wünscht sich mehr Härte des Westens gegen Russland. Angesichts des Wiederaufflammens der Ukraine-Krise dürfte das auch in München der Fall sein. Der 51 Jahre alte Multimillionär hat beide prowestliche Revolutionen der Ex-Sowjetrepublik 2004 und 2014 mitfinanziert. Der Westen moniert, dass auch die Ukraine sich schwer damit tut, die in Minsk formulierten Bedingungen zum Frieden in der Ukraine zu erfüllen.

Viktor Orban
7 von 11

Der ungarische Ministerpräsident hat sich in der Flüchtlingskrise als Rivale von Angela Merkel profiliert – und Zäune an der Grenze hochgezogen. Muslime betrachtet der rechtsnationale Regierungschef als Gefahr. Orban ist sicher nicht bei allen Besuchern der Sicherheitskonferenz gerngesehener Gast – schon wegen der Einschränkung der Medienfreiheit in Ungarn. Verfolgt eine Annäherung an Russland und setzt sich für ein Ende der EU-Sanktionen ein.

Der Verfechter des EU-Austritts Großbritanniens verwies darauf, dass in den Statuten der Nato stehe, dass das Bündnis auch den Freihandel sichern solle. „Wer braucht da noch die EU, wir haben doch die Nato.“ Zwar werde es einen Brexit geben. Aber: „Wir verlassen vielleicht die EU, aber nicht Europa.“

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Boris Johnson - „Krisen in Ukraine und Syrien wären mit Trump nicht passiert“

0 Kommentare zu "Boris Johnson: „Krisen in Ukraine und Syrien wären mit Trump nicht passiert“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%