Boston bis Nairobi
Was die Welt 2013 bewegte

Krisen, Anschläge, Aufstände: Welche Konflikte sind beigelegt, wo bahnt sich ein Umsturz an, welche Politik-Prominenz machte weltweit Schlagzeilen? Ein Rück- und Ausblick von Berlusconi über Boston bis Brasilien.
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BerlinAtomtest in Nordkorea, Anschlag auf Boston-Marathon und Krawalle im WM-Land Brasilien: Das abgelaufene Jahr war voll mit Ereignissen von weltweitem Interesse. Doch wie ist die Lage jetzt, wo viele der Konflikte nicht mehr täglich die Schlagzeilen bestimmen?

Militäreinsatz in Mali: Was ist passiert?

Ein Hilferuf der Interimsregierung von Mali bringt im Januar 2013 Bewegung in die schwere Krise des westafrikanischen Landes. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich reagiert und schickt Truppen in den unwegsamen Norden des Wüstenstaates. Dort hatten radikale Islamisten und Tuareg-Rebellen im Zuge eines Militärputsches im März 2012 die Macht übernommen. Seither gab es immer wieder Berichte über schwere Menschenrechtsverletzungen. Den französischen Streitkräften gelingt es mit Hilfe malischer und afrikanischer Soldaten, die Extremisten innerhalb kurzer Zeit aus der Region weitgehend zu vertreiben.

Wie ist die Lage jetzt?

Noch immer erschüttern blutige Anschläge den Norden des Landes, so zuletzt Anfang November, als zwei französische Journalisten in der Stadt Kidal entführt und kurz darauf erschossen werden. Dabei hatte es zunächst Hoffnung gegeben. Eine relative Stabilisierung erlaubte im Sommer die Ausrichtung demokratischer Präsidentschaftswahlen. Der ehemalige Ministerpräsident Ibrahim Boubacar Keita (68) ging als Sieger aus einer Stichwahl hervor. Allerdings will es auch dem Politikveteran nicht gelingen, das Land zu Frieden und Aussöhnung zu führen.

Atomtest in Nordkorea: Was ist passiert?

Der Dauerkonflikt um Nordkorea hält die ganze Welt in Atem. Der UN-Sicherheitsrat bestraft das Land nach dem dritten Atomtest im Februar mit weiteren Sanktionen. Nordkorea kündigt daraufhin den Waffenstillstandsvertrag mit Südkorea von 1953 auf. Den Beginn eines Großmanövers der USA und Südkorea Anfang März wertet Nordkorea als Provokation. Das Regime droht mit einem atomaren Erstschlag und spricht vom Kriegszustand im Verhältnis zu Südkorea. Beobachter gehen zwar nicht davon aus, dass Pjöngjang einen Krieg anzetteln will. Doch gibt es die Furcht, ein begrenzter militärischer Zwischenfall könnte schnell zu einem Krieg eskalieren.

Wie ist die Lage jetzt?

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel hat sich in den vergangenen Monaten wieder deutlich entspannt. Pjöngjang fährt seine scharfe Rhetorik zurück und signalisiert wieder Bereitschaft zu Gesprächen über sein Atomprogramm. Beide Koreas eröffnen im September wieder einen gemeinsamen Industriekomplex. Doch die Furcht vor einer neuen Eskalation bleibt. Es gibt Hinweise, dass Nordkorea seinen seit Jahren abgeschalteten Atomreaktor wieder betriebsbereit macht, der Plutonium für den Bombenbau produzieren kann. Außerdem soll das Land Raketenmotoren testen und sein Atomwaffentestgelände ausbauen. Die Bemühungen um neue Sechs-Parteien-Gespräche treten auf der Stelle.

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