Botschaft in Teheran
Großbritannien fliegt Diplomaten nach Dubai aus

Nach dem Sturm auf die britische Botschaft zieht London seine Diplomaten aus der iranischen Hauptstadt ab. Premierminister Cameron machte die Regierung für den Angriff verantwortlich und drohte mit ernsten Konsequenzen.
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TeheranNach der Erstürmung der britischen Botschaft in Teheran hält Großbritannien seine Vertretung in der Islamischen Republik Diplomaten zufolge geschlossen. Nach der Erstürmung seiner Botschaft in Teheran will Großbritannien die diplomatische Vertretung in der iranischen Hauptstadt vorerst schließen. Das gesamte Personal werde abgezogen, hieß es am Mittwoch aus westlichen Diplomatenkreisen. Auch Norwegen schließt seine Botschaft in Teheran. Als Begründung gab die Regierung in Oslo Sicherheitsbedenken an.

Die britischen Mitarbeiter sollen zunächst in die Vereinigten Arabischen Emirate ausreisen. Bereits am Vormittag sollten erste Diplomaten mit einem Flugzeug nach Dubai gebracht werden. Im Lauf des Tages sollten alle Mitarbeiter der Vertretung ausgeflogen werden, hieß es. Von der Regierung in London war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Trotz starker Polizeipräsenz vor der Botschaft war es regierungstreuen Demonstranten am Dienstag zwei Mal gelungen, auf das Botschaftsgelände in Teheran vorzudringen. Sie verwüsteten Büros, verbrannten Dokumente und ersetzten die britische durch die iranische Flagge. Sie drangen auch in eine weitere britische Vertretung im Norden Teherans ein. Am Abend räumte die Polizei das Gelände.

Die Proteste richteten sich gegen die jüngste Verschärfung britischer Sanktionen wegen des iranischen Atomprogramms. Die Regierung in London hatte vor einigen Tagen im Atomstreit ihre Sanktionen gegen die iranische Regierung verschärft. Als Reaktion beschloss das Parlament in Teheran, die Beziehungen zu Großbritannien einzuschränken und den Botschafter auszuweisen. Während der Debatte am Sonntag hatte ein iranischer Abgeordneter davor gewarnt, wütende Bürger könnten die britische Botschaft stürmen, wie sie es 1979 mit der US-Vertretung gemacht hatten.

Der britische Premierminister David Cameron machte die iranische Regierung für den Vorfall verantwortlich und drohte dem Land mit „ernsten Konsequenzen“. US-Präsident Barack Obama bezeichnete den Angriff als „inakzeptabel“. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) bestellte den iranischen Botschafter in Berlin ein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Botschaft in Teheran: Großbritannien fliegt Diplomaten nach Dubai aus"

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  • Für diese Erkenntnis haben sie sicher 15 Jahre Soziologie studiert !

  • Trotz starker Polizeipräsenz vor der Botschaft war es regierungstreuen Demonstranten am Dienstag zwei Mal gelungen,
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    Da fragt man sich , zu wessen Schutz die Polizei da war .
    Regierungstreue Demonstranten ..... gibt es dann überhaupt noch einen unterschied zwischen Polizei und Demonstranten ?

    = Staatsterrorismus !!!

  • Für diese Erkenntnis haben sie sicher 15 Soziologie studiert !

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