Botschafter ausgewiesen
Streit zwischen Ägypten und Türkei eskaliert

Während der Amtszeit des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi war die Achse Ankara-Kairo stark wie nie. Jetzt sind die Beziehungen in der Krise – und beide Länder geben sich gegenseitig die Schuld.
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KairoDiplomatische Eiszeit zwischen Ankara und Kairo: Das ägyptische Außenministerium hat den türkischen Botschafter am Wochenende wegen der fortgesetzten „Einmischungen“ seines Landes in interne Angelegenheiten ausgewiesen. Die Türkei erklärte daraufhin den ägyptischen Botschafter ebenfalls zur „Persona non grata“. Dieser hatte Ankara aber bereits im August verlassen.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern wurden durch die Entscheidungen nicht komplett gekappt, aber auf Geschäftsträgerebene herabgestuft. Ihr Verhältnis ist seit der Absetzung Mursis durch das Militär Anfang Juli angespannt. Die moderat islamistische Regierungspartei AKP des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan war ein starker Unterstützer Mursis und bezeichnete die demokratische Wahl eines Islamisten als Vorbild für andere Länder der arabischen Welt.

Ankara verurteilte anschließend nicht nur Mursis Sturz, sondern auch die seiner Ansicht nach zu zurückhaltende Reaktion des Westens darauf. Im August zogen beide Länder im Zuge der Auseinandersetzung auch ihre Botschafter aus dem jeweils anderen Land ab. Der türkische Gesandte kehrte wenige Wochen später zurück, der ägyptische bisher nicht.

Die Türkei versuche, die internationale Gemeinschaft gegen Ägyptens Interessen zu wenden, hieß es in der Erklärung des Außenministeriums in Kairo. Außerdem treffe sie Aussagen, die nur als „Beleidigung des Volkswillens“ beschrieben werden könnten. Die Türkei erklärte, verantwortlich für die verschlechterten Beziehungen sei die ägyptische Übergangsregierung, die „durch außergewöhnliche Umstände an die Macht gekommen ist“. Der türkische Präsident Abdullah Gül sagte, er hoffe, dass die Beziehungen zwischen beiden Ländern bald wieder hergestellt würden.

Einer der Auslöser für die Entscheidung vom Samstag könnte die jüngste Kritik Erdogans am Verfahren gegen Mursi sein. Er hatte die Lage in Ägypten als „humanitäres Drama“ bezeichnet. Erdogan zeigte sich von den jüngsten diplomatischen Streitigkeiten unbeeindruckt. Es gebe keine Veränderung in seiner Position gegenüber den neuen Führern Ägyptens, sagte er. „Ich werde niemals für solche Respekt empfinden, die durch einen Staatsstreich an die Macht kommen“, sagte er.

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Arabischer Staat gab angeblich Geld für Mursis Befreiung

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