Botschafter kündigt engen Kontakt an
US-Regierung hofft auf Merkel

Die US-Regierung erwartet nach dem Regierungswechsel in Berlin wesentlich engere Beziehungen zu Deutschland. „Es wird künftig einen sehr regelmäßigen Kontakt zwischen Angela Merkel und US-Präsident George Bush geben“, sagte der US-Botschafter in Deutschland, William Timken, dem Handelsblatt. „Kommunikation ist zentral für die Zusammenarbeit zwischen Partnern.“

WASHINGTON/BERLIN. Schon eine Woche nach der für heute angesetzten Wahl von Merkel zur ersten deutschen Kanzlerin beginnt eine intensive transatlantische Besuchsdiplomatie. So plant der designierte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmaier bereits für den 28. und 29. November eine Reise nach Washington, erfuhr das Handelsblatt aus US-Regierungskreisen. Die Administration versucht, einen Termin mit Außenministerin Condoleezza Rice sowie mit Bushs Sicherheitsberater Stephen Hadley zu koordinieren.

Am 30. November und 1. Dezember steht ein Besuch des stellvertretenden US-Außenministers Robert Zoellick in Berlin auf dem Programm, heißt es in Washington. Ein Gespräch mit Merkel ist allerdings unwahrscheinlich, da die designierte Kanzlerin an diesen Tagen in Paris, Brüssel und London unterwegs ist. Termingründe verhindern voraussichtlich auch, dass Merkel noch in diesem Jahr nach Washington reist. Zwar sei noch keine definitive Entscheidung getroffen worden, heißt es in Kreisen der US-Regierung wie der CDU. Im Moment deute aber alles darauf hin, dass das Treffen mit Bush im Weißen Haus erst im Januar stattfinden werde.

Im US-Außenministerium setze man vor allem auf einen „atmosphärischen Neubeginn“ in den deutsch-amerikanischen Beziehungen, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter der US-Regierung. Auch Timken, der seit August Botschafter in Berlin ist, betont die „einzigartige und spezielle Freundschaft“ beider Länder. Ausdrücklich lobte er, dass im Koalitionsvertrag der großen Koalition das Ziel besserer Beziehungen zu den USA festgeschrieben sei. Er sagte, auch die Regierung in Washington sei interessiert an „einem starken Europa und einem starken Deutschland“. Der US-Präsident sehe die transatlantische Zusammenarbeit als Voraussetzung dafür, dass die Probleme in der Welt gelöst werden könnten.

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