Botschaftsaufenthalt
Ecuadors Außenminister will über Assange sprechen

Aus Angst vor einer Auslieferung an die USA, hält sich Wikileaks-Gründer Julian Assange derzeit in der ecuadorianischen Botschaft auf. Nun bittet Ecuadors Außenminister seinen britischen Amtskollegen zum Gespräch.
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LondonEcuadors Außenminister Ricardo Patiño will direkt mit seinem britischen Kollegen William Hague über das Schicksal des Internetaktivisten Julian Assange sprechen. Er hoffe, Hague bei der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York zu treffen, sagte Patiño am Montag nach Angaben der Onlinezeitung der ecuadorianischen Regierung. Nachdem die Verhandlungen bislang auf niedrigerer Ebene geführt worden sein, wolle er die Gespräche „direkt auf dem Niveau der Außenminister wieder aufnehmen, damit wir bald das tun, was getan werden muss“.

Assange hält sich derzeit in der ecuadorianischen Botschaft in London auf. Das Land gewährte dem Australier Asyl, er kann aber die britische Hauptstadt nicht verlassen. Die britischen Behörden wollen Assange an Schweden ausliefern, wo er zu ihm vorgeworfenen Sexualdelikten befragt werden soll. Assange fürchtet aber eine Auslieferung an die USA, wo er wegen Spionage und Geheimnisverrats wegen der Arbeit der Enthüllungsplattform Wikileaks angeklagt werden könnte.

Wenn es keine Lösung gebe, sollte das zumindest schnell klar werden, sagte Patiño. „Dann werden wir lange warten müssen.“ Ecuadors Vizepräsident Lenín Moreno hatte sich am 29. August in London mit Hague getroffen. Der britische Außenminister hatte vor zwei Wochen eine „diplomatische Lösung“ im Streit über den Wikileaks-Mitbegründer gefordert.

Assange sagte der staatlichen ecuadorianischen Nachrichtenagentur Andes am Montag, sein Hauptziel sei es, die Wikileaks-Mitarbeiter „vor jedem Angriff der USA zu schützen“.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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