Brandkatastrophe Kaprun
Auch nach zehn Jahren fehlen noch Antworten

Auch am heutigen zehnten Jahrestag der Brandkatastrophe von Kaprun ist die Verantwortung für die Katastrophe noch immer nicht vollständig geklärt. 155 Menschen kamen in dem Flammeninferno ums Leben, darunter 37 Deutsche.
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HB KAPRUN. Es gibt Katastrophen, deren grauenhafte Bilder sich ins Gedächtnis einbrennen. Der Name „Kaprun“ steht für so ein Desaster. Es ist der 11. November 2000, ein strahlender Sonnentag, als bei einem Flammeninferno in der Standseilbahn 155 Menschen ums Leben kommen. Seit jenem Tag kämpfen die Angehörigen der Opfer um Gerechtigkeit und darum, Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. Wer ist für die Tragödie verantwortlich? Und vor allem: Hätte sie verhindert werden können?

„Ja, auf jeden Fall, wenn das zuständige Ministerium für Verkehr, Technologie und Transport seinen gesetzlich vorgeschriebenen Kontroll- und Aufsichts-Pflichten nachgekommen wäre“, sagt Opferanwalt Gerhard Podovsovnik. Er vertritt 160 Mandanten, darunter auch die Familien von 18 der insgesamt 37 deutschen Todesopfer. Ein Rückblick: Es ist 9.02 Uhr, als die „erste alpine U-Bahn“ die steile Stahlrampe hoch in Richtung Tunnel fährt. Die Bahn brennt bereits: Ein Heizlüfter hat sich entzündet. Binnen kürzester Zeit verwandelt sich der hintere Teil der Bahn mit rund 170 Ski- und Snowboard-Fahrern an Bord in ein flammendes Inferno. Der Zugführer aber kann nicht erkennen, welch dramatische Szenen sich 130 Meter hinter ihm abspielen.

Nach 530 Metern bleibt die Bahn im Tunnel stehen. Als der Schaffner um 9.10 Uhr per Funk an seine Einsatzleitung durchgibt „Der Zug brennt!“ ist es bereits zu spät. Er öffnet noch per Notknopf die Türen, aber wenige Minuten später kommt aus dem Tunnel bereits kein Lebenszeichen mehr. Nur tödlicher Rauch quillt aus den Öffnungen, der den Skisportlern zusammen mit Temperaturen von über 800 Grad keine Chance ließ, dem Tod zu entkommen.

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