Brandsätze gegen Polizeiwachen
Blutige Unruhen in Kirgisien

Nach teils gewalttätigen Ausschreitungen hat die rebellierende Opposition in Kirgisien am Montag die Kontrolle über eine zweite Stadt im Süden des zentralasiatischen Landes übernommen.

HB DÜSSELDORF. Mit Knüppeln und Brandsätzen bewaffnet stürmten rund 1000 Oppositionsanhänger Verwaltungsgebäude und Polizeiwachen in Osch, der zweitgrößten Stadt der früheren Sowjet-Republik. Sie vertrieben die Polizei und setzten ein Porträt des Präsidenten Askar Akajew in Brand, dem sie Betrug bei den Parlamentswahlen vorwerfen.

Sie fordern den Rücktritt Akajews. In der Nacht hatte die Opposition schon die Kontrolle über die Stadt Jalal Abad übernommen. Dabei sollen mindestens vier Polizisten zu Tode geprügelt worden sein. Der Präsident signalisierte der Opposition angesichts der Gewalteskalation seine Bereitschaft zu Krisengesprächen und ordnete eine teilweise Überprüfung der umstrittenen Wahl an.

Polizei auf dem Rückzug

Gruppen junger Männer zogen mit „Akajew Raus“-Rufen durch das Zentrum Oschs. Polizisten und Behördenvertreter waren in der Stadt nicht zu sehen. Rund 200 mit Knüppeln und Polizeischilden bewaffnete Männer besetzten den Flughafen der Stadt. Sie bedrohten nervös wirkende Soldaten in Zivilkleidung, die zu fliehen versuchten. Im nahe gelegenen Jalal Abad war es in der Nacht zu Ausschreitungen gekommen.

Die zentrale Polizeiwache der Stadt war nur noch eine rauchende Ruine. Tausende Menschen versammelten sich am Montag auf dem zentralen Platz der Stadt und forderten erneut den Rücktritt des Präsidenten. Dieser wies seinem Pressebüro zufolge den Leiter der Zentralen Wahlkommission an, sich insbesondere die Wahlergebnisse in den Bezirken anzuschauen, in denen die Resultate starke Proteste der Bevölkerung hervorgerufen hätten.

„Das Wichtigste ist jetzt, dass sich die Menschen beruhigen können und beurteilen, was passiert ist“, sagte Akajews Pressesprecher einem kirgisischen Fernsehsender. Dann könnten auch Verhandlungen über die Forderungen der Opposition beginnen. Wann und in welcher Form die Gespräche stattfinden sollten, habe der Präsident bisher nicht festgelegt.

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