Brasilianischer Senat
Härtere Strafen für Gruppenvergewaltigung

Inmitten des Skandals um eine missbrauchte 16-Jährige hat der brasilianische Senat härtere Strafen für Gruppenvergewaltigungen gebilligt. Das Gesetzesvorhaben wurde in Rekordzeit einstimmig verabschiedet.

Rio de JaneiroWenige Tage nach der Gruppenvergewaltigung einer 16-Jährigen in Rio de Janeiro hat der brasilianische Senat einen Gesetz für härtere Strafen für solche Vergehen auf den Weg gebracht. Der gebilligte Gesetzentwurf sieht vor, dass die Höchststrafe für die Vergewaltigung von unter 14 Jahre alten Opfern von 15 auf 25 Jahre erhöht wird. Das Vorhaben muss nun das Abgeordnetenhaus passieren.

Ist das Opfer zwischen 14 und 17 Jahre alt, steigt die Höchststrafe dem Entwurf zufolge auf 16 Jahre Freiheitsentzug. Ist das Opfer volljährig, droht eine Haftstrafe von bis zu 13 Jahren. Sollte das Opfer infolge der Vergewaltigung sterben, liegt die Maximalstrafe nach wie vor bei 30 Jahren. Das Gesetzesvorhaben wurde am Dienstagabend in Rekordzeit und einstimmig vom Senat verabschiedet.

Die Gruppenvergewaltigung der 16-Jährigen am 21. Mai hatte die Brasilianer schockiert. Die Jugendliche hatte bei der Polizei ausgesagt, sie sei von 33 Bewaffneten in einem Armenviertel im Westen von Rio sexuell missbraucht worden. Vergangene Woche wurden dann Handy-Aufnahmen von der brutalen Tat veröffentlicht. Seitdem gab es zahlreiche Demonstrationen und Internet-Kommentare gegen sexuelle Gewalt. Am Montag nahm die Polizei zwei Verdächtige fest. Nach vier weiteren Verdächtigen wird gesucht.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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