Brasilien
Gummigeschosse gegen WM-Demonstranten

Seit Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft haben die Proteste in Brasilien nachgelassen. Verschwunden sind sie freilich nicht: Am Montag kam es erneut zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten.
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Brasilia/CuritibaBei Protesten gegen die Fußball-Weltmeisterschaft hat die Polizei am Montag in der südbrasilianischen Stadt Curitiba 14 Demonstranten festgenommen. Eine Gruppe von WM-Gegnern zerstörte die Scheiben von Banken und Geschäften, nachdem die Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben einen Aufmarsch von rund 200 Personen auseinandergetrieben hatten. Im Stadion von Curitiba trennten sich Nigeria und Iran torlos unentschieden.

Der Protestzug blockierte für kurze Zeit mehrere Straßen. Mülleimer wurden in Brand gesetzt. Auch ein Bus mit Fußballfans habe festgesteckt, berichtete das Nachrichtenportal G1. Nachdem die Hauptdemonstration aufgelöst worden sei, sei eine kleine Gruppe Maskierter ins Stadtzentrum zurückgekehrt und habe mehrere Bankfilialen attackiert. Gegen sie sei die Polizei mit Tränengas und Gummigeschossen vorgegangen.

Vor dem Vorrundenspiel zwischen den USA und Ghana im nordbrasilianischen Natal verbrannten Demonstranten eine US-Flagge. Berichten lokaler Medien zufolge wurde der kleine Protestzug ebenfalls von der Polizei aufgelöst. Zu Zusammenstößen sei es dabei allerdings nicht gekommen.

Die anschließende Begegnung endete 2:1 für die USA. Im dritten Spiel des Tages schlug die deutsche Auswahl vor den Augen von Bundeskanzlerin Angela Merkel das Team Portugals mit 4:0.

Seit Beginn der WM am Donnerstag haben die Proteste nachgelassen. Das Turnier in Brasilien ist das teuerste in der Geschichte des Weltfußballverbands Fifa. Das Schwellenland lässt sich das Ereignis umgerechnet mehr als acht Milliarden Euro kosten. Viele Brasilianer sind der Ansicht, dass die Regierung das Geld lieber für Gesundheit und Bildung hätte ausgeben sollen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • US-Flagge verbrennen ist eine Unsportlichkeit und gibt eine rote Karte. Banken demolieren könnte man im weitesten Sinne auch als Notwehr bezeichnen.

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