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15.10.2008 
Finanzkrise

Brasilien kritisiert den Westen scharf

Die Regierungen der aufstrebenden Schwellenländer Brasilien und Südafrika haben die Industriestaaten wegen der Finanzkrise scharf angegriffen. Der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva sagte bei einem Gipfeltreffen in Indien, die reichen Staaten hätten die Welt zu einem „gigantischen Kasino“ gemacht. Entwicklungsländer drohten nun zum Opfer der Krise zu werden.

Lula, Singh und Motlanthe (v.l.) in Neu Delhi. Foto reutersLupe

Lula, Singh und Motlanthe (v.l.) in Neu Delhi. Foto reuters

HB NEU DELHI. Lula kritisierte die Industrieländer am Mittwoch bei einem Treffen mit Südafrikas Präsident Kgalema Motlanthe in der indischen Hauptstadt Neu Delhi. Motlanthe sagte: „Die schlecht durchdachten Entscheidungen weniger haben das internationale Finanzsystem an den Rande des Zusammenbruchs gebracht.“

Gemeinsam mit dem indischen Premierminister Manmohan Singh nahmen Lula und Motlanthe am Indien-Brasilien-Südafrika-Gipfel (IBSA) in Neu Delhi teil. Singh sagte: „Unsere Stimme, wie diese Krise in einer Weise gemeistert werden kann, die unsere Entwicklungsprioritäten nicht gefährdet, muss in internationalen Gremien gehört werden.“

Lula betonte: „Warum sollten wir Opfer einer Finanzkrise werden, die von reichen Ländern geschaffen wurde? Gleichzeitig gaben sie uns Lektionen, wie wir unsere Länder regieren sollten.“ Es sei „unglaublich“, dass die USA und Europa fast ein Jahr gebraucht hätten, um das Ausmaß der Krise zu begreifen.

In einer gemeinsamen Erklärung der drei Staaten hieß es, Entwicklungsländer seien gegen die Krise nicht immun, viele würden stark davon betroffen werden. Die drei Regierungschefs betonten „die Notwendigkeit einer neuen internationalen Initiative, um strukturelle Reformen des weltweiten Finanzsystem herbeizuführen“.

Die drei zunehmend wichtigen Schwellenländer vereinbarten auf dem Gipfel, den trilateralen Handel bis 2010 von 10 Mrd. Dollar im vergangenen Jahr auf 15 Mrd. (knapp 11 Mrd. Euro) zu steigern. Indien, Brasilien und Südafrika unterzeichneten außerdem Handels-, Investitions- und Umweltschutzabkommen. Der eintägige IBSA-Gipfel am Mittwoch war der dritte der Regionalmächte Indien, Brasilien und Südafrika. IBSA war 2003 gegründet worden.

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