Brasilien
Künftige Präsidentin beruhigt die Investoren

Dilma Rousseff ist noch nicht im Amt, macht aber schon große Ankündigungen für die Zukunft: Die künftige brasilianische Präsidentin will den Binnenkonsum stärken und eine striktere Fiskalpolitik fahren - das Land aber nicht gegen Konkurrenz aus dem Ausland abschotten.
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RIO DE JANEIRO. Ihr neues Amt tritt Brasiliens künftige Präsidentin Dilma Rousseff erst am 1. Januar 2011 an, doch eine Atempause kann sie sich bis dahin nicht gönnen. Zwar geht es Brasiliens Wirtschaft so gut wie seit drei Dekaden nicht mehr. Doch angesichts der stagnierenden Weltwirtschaft und des schwachen Dollars ist der weitere Aufstieg des Landes zur Wirtschaftsmacht noch kein Selbstläufer. Unternehmen und Finanzinvestoren werden deshalb genau beobachten, wie sich die 63-Jährige, die sich in der Stichwahl um das Präsidentenamt mit 56 zu 44 Prozent gegen ihren Gegenkandidaten José Serra durchgesetzt hatte, in wichtigen Wirtschaftsfragen positioniert.

In ihrer ersten Ansprache nach dem Wahlsieg bekräftigte die frühere Energieministerin und Leiterin des Präsidialamtes des noch amtierenden Staatschefs Luiz Inácio Lula da Silva, dass sie am bisherigen Kurs festhalten wolle: „Wir können uns nicht auf die Dynamik der Industrieländer verlassen“, erklärte die Ökonomin. „Wir müssen auf unsere eigene Politik, unseren Markt und unser eigenes Kapital bauen.“

Größte Sorge der Wirtschaft ist derzeit der starke Real, der die lokale Industrie zunehmend in die Bredouille bringt. Zwar strömt ausländisches Kapital ins Land, weil Investoren vom hohen Leitzins profitieren wollen, der bei 10,75 Prozent liegt. Doch die brasilianische Industrie verliert wegen ihrer hohen Kosten Anteile auf den Exportmärkten, während ihr im Inland billige Importprodukte zu schaffen machen.

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