Brasilien
Präsidentin Rousseff muss um ihr Amt zittern

Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien deutet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amtsinhaberin Dilma Rousseff und Aécio Neves an. In zwei Umfragen liegt der Herausforderer sogar leicht vorne.
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BrasíliaDer Ausgang der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien am 26. Oktober scheint nach den jüngsten Umfragen völlig offen: Die amtierende Präsidentin Dilma Rousseff fiel in zwei Umfragen, deren Ergebnisse am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlicht wurden, leicht hinter ihren sozialdemokratischen Herausforderer Aécio Neves zurück.

Zuletzt gaben 46 Prozent der Wähler an, sie wollten für Neves stimmen, nur 44 Prozent wollten die amtierende Präsidentin in einer weiteren Amtszeit sehen. Die Umfragen wurden von den Instituten Ibope und Datafolha für den TV-Sender Globo und die Tageszeitung „Estado de São Paulo“ ausgeführt.

Im ersten Wahldurchgang vergangenen Sonntag kam Neves zwar nur auf 33,6 Prozent der Stimmen, während die Arbeiterpartei-Vorsitzende Rousseff sich mit 41,6 Prozent an die Spitze setzte. Bislang scheint es jedoch so zu sein, dass die Anhänger der Drittplatzierten, der Umweltschützerin Marina Silva, in der Stichwahl mehrheitlich für Neves stimmen wollen.

Silva äußerte sich bislang öffentlich nicht eindeutig, ihre Partein Rede Sustentabilidade legte sich jedoch am Donnerstag darauf fest, die Anhänger sollten keinesfalls für Rousseff stimmen. Begründet wurde der Appell mit Rousseffs „niederträchtiger Kampagne“ gegen Silva und mit dem „unstrittigen Verlangen der brasilianischen Gesellschaft nach Wandel“.

Hinter den Kulissen verhandelt das Umfeld Silvas noch mit Neves, um möglichst viele eigene programmatische Vorstellungen durchzusetzen. Dabei geht es unter anderem um die Förderung der Familienbetriebe in der Landwirtschaft, die Erhöhung der Ausgaben für die Bildung, Schutzmaßnahmen für die indigene Bevölkerung und Maßnahmen gegen die Waldrodung am Amazonas.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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