Brexit
Briten wollen 20 Milliarden Euro für Scheidung von EU anbieten

Laut einem Zeitungsbericht will die britische Regierung für den Brexit rund 20 Milliarden Euro an die EU zahlen. Mit der Summe sollen die Haushaltslöcher bei der EU ausgeglichen werden. Brüssel verlangt aber viel mehr.
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BrüsselGroßbritannien ist einem Medienbericht zufolge zur Zahlung von mindestens 20 Milliarden Euro zur Begleichung finanzieller Forderungen nach dem Brexit bereit. Dies werde Premierministerin Theresa May in ihrer Grundsatzrede zum EU-Ausstieg am Freitag in Florenz bekanntgeben, berichtete die „Financial Times“ am Mittwoch.

Das Angebot würde damit allerdings deutlich unter den Forderungen aus Brüssel liegen. Nach EU-Schätzungen soll London bis zu 100 Milliarden Euro zahlen - und zwar bis etwa zum Jahr 2023, wie EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger kürzlich sagte. Ein Regierungssprecher bezeichnete den Medienbericht auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur als „reine Spekulation“. Ein Sprecher von EU-Unterhändler Michel Barnier wollte keinen Kommentar abgeben.

Über das Angebot soll Mays EU-Berater Oliver Robbins laut „Financial Times“ bereits Regierungsvertreter in der Europäischen Union informiert haben, auch in Deutschland. Bislang hatte London keine konkrete Summe genannt, es kursierten in britischen Medien aber Zahlen. Außenminister Boris Johnson steht finanziellen Forderungen seines Landes in den EU-Haushalt äußerst kritisch gegenüber.

Beim Streit ums Geld geht es um gemeinsam eingegangene EU-Finanzverpflichtungen für Haushalt, Fördertöpfe oder Pensionslasten. Großbritannien wird Ende März 2019 die EU verlassen. Die Brexit-Verhandlungen verlaufen allerdings sehr schleppend. Brüssel besteht in den Gesprächen darauf, die umstrittene Schlussrechnung, die Rechte der EU-Ausländer und die neue EU-Außengrenze zwischen der Republik Irland und dem britischen Nordirland zuerst zu klären. London will dagegen so schnell wie möglich über die künftigen Beziehungen mit der Europäischen Union verhandeln, vor allem über ein Handelsabkommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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