London-Tagebuch
Nigel Farage sagt Fernsehdebatte ab

Das Gedenken an Jo Cox am Nachmittag bildete einen Gegenpol zum Wahlkampfgetöse und den Sorgen um einen Einbruch des Pfunds. Am Abend zog sich der Ukip-Chef von der TV-Debatte zurück. Der Tag aus London im Rückblick.

LondonBis zum Wochenende erscheint das Handelsblatt aus London. Dutzende Reporter sind für Sie im Land und in der britischen Hauptstadt unterwegs - Eindrücke halten sie auch bei Twitter fest (#HandelsblattUK). Auch Sie können bei zahlreichen Veranstaltungen dabei sein. Die Entwicklungen vom Mittwoch rund um das EU-Referendum am 23. Juni können Sie hier nachlesen.

+++ Familiäre Gründe: TV-Debatte ohne Nigel Farage +++

Am Vorabend des EU-Referendums in Großbritannien hat der Vorkämpfer der Brexit-Bewegung die Teilnahme an der letzten Fernsehdebatte abgesagt. Nigel Farage, Chef der rechtskonservativen Partei Ukip, sagte die von Channel 4 übertragene Diskussion „aus familiären Gründen“ ab, wie ein Sprecher mitteilte.

+++ Gedenken an ermordete Labour-Politikerin Cox +++

15 Stunden vor Öffnung der Wahllokale zum britischen Brexit-Referendum haben auf dem Londoner Trafalgar Square und in ihrem Heimatort Batley Tausende der ermordeten Labour-Parlamentarierin Jo Cox gedacht. Die Unterhaus-Abgeordnete, die am Mittwoch 42 Jahre alt geworden wäre, hatte sich vehement für eine liberale Flüchtlingspolitik und auch für den Verbleib Großbritanniens in der EU eingesetzt. Sie war in der vergangenen Woche in ihrem nordenglischen Wahlkreis vermutlich von einem politischen Fanatiker getötet worden.

„Zusammen können wir viel mehr erreichen als jeder für sich allein“ das sei die Überzeugung von Cox gewesen, sagte ihre Freundin Mariella Frostrup, eine Moderatorin. Die Sängerin Lilly Allen sang live „Somewhere only we know“, eines von Cox‘ Lieblingsliedern, wie unsere Reporterinnen Anke Rezmer und Corinna Nohn.

Cox‘ Mann Brendan sagte: „Danke für eure Solidarität, als unsere Welt am Donnerstag zusammenbrach.“ Mit gebrochener Stimme dankte er den Versammelten und allen, die weltweit Anteil nahmen.

+++ Merkel und Gauck wollen Großbritannien in der EU wissen +++

Einen Tag vor dem EU-Referendum in Großbritannien hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihre Hoffnung bekräftigt, dass das Königreich in der Europäischen Union bleibt. Sie wünsche sich, dass die Briten, "deren Entscheidung das natürlich ist, sich für einen Verbleib in der Europäischen Union entscheiden", sagte Merkel in Berlin bei einem Treffen mit der polnischen Regierungschefin Beata Szydlo. Die Briten stimmen nach Einschätzung des französischen Präsidenten François Hollande auch über das Schicksal der Europäischen Union ab. „Es steht mehr als die Zukunft Großbritanniens in der Europäischen Union auf dem Spiel, es geht um die Zukunft der Europäischen Union“, sagte Hollande in Paris.

Auch Bundespräsident Joachim Gauck hofft auf einen positiven Ausgang der Abstimmung. „Ich hoffe, dass wir am späten Abend oder in der Nacht als Europäer ein lächelndes Gesicht haben“, sagte er am Mittwoch bei seinem Staatsbesuch in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. „Wir wollen uns nicht einmischen“, betonte er. „Aber wir dürfen doch Hoffnungen und Erwartungen ausdrücken.“ Das Brexit-Referendum dürfe nicht dazu führen, dass auch andere Europäer sich die Frage stellten, ob sie den Weg eines solchen Volksentscheids gehen sollten.

+++ Viele Briten tauschen Pfund gegen Euro und Dollar +++

Die Briten decken sich vor dem Referendum mit Euro und Dollar ein. Die Umsatz im Devisenhandel sei seit dem Wochenende um 74 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen, erklärt das UK Post Office. Kunden tauschten die Landeswährung Pfund überwiegend in Euro und Dollar. Auch Reporter des Handelsblatts in London berichten von Schlangen vor Banken und Wechselstuben.

+++ Prominenter Meinungsforscher sagt Sieg der Pro-Europäer voraus +++

Peter Kellner ist ein gefragter Mann in diesen Tagen. Der ehemalige Chef des Meinungsforschungsinstituts YouGov hetzt von Termin zu Termin, um über die letzten Stimmungsschwankungen der Briten vor dem Brexit-Referendum zu berichten. Sein Bauchgefühl sagt ihm: „Die Brexit-Gegner werden gewinnen, die Anhänger eines Austritts aus der EU haben ihren Höhepunkt überschritten.“ Und weil Kellner ein Zahlenmensch ist, zeichnet er die Stimmungskurve der Brexit-Anhänger gleich in den Notizblock unseres Reporters Torsten Riecke.

Die Trendwende zugunsten Europas sei dabei gar nicht in erster Linie auf den tragischen Tod der Labour-Abgeordneten Jo Cox, glaubt der Meinungsforscher. „Es sind vielmehr die ökonomischen Gründe, die jetzt bei den Wählern durchdringen“, sagt Kellner. Wie groß der Vorsprung für das „Remain“-Camp ausfallen wird, kann auch der Veteran der britischen Wahlforscher noch nicht sagen. „Es könnte ein Ergebnis von 52 zu 48 Prozent für den Verbleib in der EU geben." Kellner stützt sich bei seiner Prognose auf die jüngsten Voraussagen zahlreicher Forschungsinstitute in Großbritannien. Sie zeigen zwar, dass die Pro-Europäer ein gewisses Momentum zurückgewonnen haben, aber ihr Sieg ist keineswegs sicher. Die meisten Prognosen rechnen weiterhin mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen.

Sollte es tatsächlich einen knappen Sieg der Brexit-Gegner geben, könnte es nach Meinung von Kellner zu „kulturellen Verwerfungen“ auf der Insel kommen. „Stellen Sie sich vor, die Schotten entscheiden die Wahl, weil eine knappe Mehrheit für den Brexit gestimmt hat. Dann werden viele Engländer sagen: Banker, Immigranten und Kelten hätten die Wahl entschieden.“

+++ Aldi und Lidl als Vaterlandsverräter +++

In Deutschland machen die Discounter Aldi und Lidl gern mit dem Verkauf von DFB-Fußballfanartikeln der Nationalmannschaft auf ur-deutsch. In Großbritannien indes biedern sich die deutschen Angreifer von Tesco, Sainsbury's & Co. als heimische Marken an. Und so ist der britische Aldi-Ableger Sponsor des „Team GB", also der Olympia-Mannschaft des Vereinigten Königreichs. Und Lidl ist auf der Insel „offizieller Supermarkt“ des englischen EM-Fußballteams – auch wenn Wayne Rooney, Jamie Vardy und die anderen Top-Spieler wohl kaum beim deutschen Discounter einkaufen dürften.

+++ Schotten musizieren für „Remain +++

Am Mittwochmittag ging es auf der Wiese vor dem Schottischen Parlament hoch her: EU-Befürworter veranstalteten einen Ceilidh-In, einen schottischen Volkstanz. Mit dabei: viele Fernsehkameras und unser Reporter Christoph Kapalschinski.

+++ „Evening Standard“ plädiert für die EU +++

+++ David Cameron macht Wahlkampf in Bristol +++

Cameron hat sich Unterstützung mitgebracht. Gemeinsam mit dem ehemaligen Premier John Major wirbt er in der Universitätsstadt Bristol für den Verbleib in der EU, berichtet unser Reporter Lukas Bay. Seine Stimme wirkt schon leicht angeschlagen, doch Cameron hält eine engagierte Rede. "Wenn wir wollen, dass unsere Wirtschaft wächst und wir Jobs schaffen wollen, dann ist es besser, wenn wir das zusammen angehen", sagt er. Auf seinem Wahlkampfbus in den Farben des Union Jack stehen die wichtigste Argument nochmal in großen, weißen Lettern. "Mehr Jobs, niedrigere Preise". Eine Argumentation wie im Schlussverkauf, aber der Wahlkampf geht ja auch in die Schlussphase.

Die etwa 100 Personen, die sich um den Bus versammelt haben, applaudieren höflich. Das verwundert allerdings nicht, denn für seinen Auftritt hat sich Cameron einen Ort abseits der Innenstadt unten bei den Docks von Bristol ausgesucht. Dort läuft man nicht zufällig vorbei. Es geht vor allem um positive Bilder für die zahlreichen Kamerateam, die ihn bei seiner Tour begleiten. Im Publikum stehen darum vor allem Vertreter der Remain-Kampagne - der amtierende und der ehemalige Bürgermeister von Bristol, Vertreter der Labour Party und von den britischen Grünen, Sprecher der örtlichen Handelskammer und junge Politiker mit "Vote IN" schildern. Gerade die jungen Wähler will Cameron im Schlussspurt noch einmal mobilisieren. Vor seinem Auftritt an den Docks hat er einen Skateboard-Exportshop im Norden der Stadt besucht. Für die Presse hält er ein Longboard in die Kamera. Dann geht es weiter.

+++ Donald Trump besucht Freitag Schottland +++

Der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat nun endlich seinen Besuch in Schottland am Freitag, dem Tag nach dem Referendum, bestätigt. Er wird an der Westküste sein renoviertes Ressort Trump Turnberry wiedereröffnen. Gegendemonstrationen sind geplant, daher müssen sich Journalisten schon um 6 Uhr morgens zur Registrierung einfinden. Trump selbst soll samst Familie per Hubschrauber einfliegen. Er schneidet die rote Schnur durch - und stellt sich in einer Pressekonferenz den Fragen, die eher nicht um den schottischen Tourismus kreisen dürften.

Ob britische Politiker Trump in London empfangen werden, ist noch nicht bekannt. Es könnte auch davon abhängen, ob das Brexit-Lager gewinnt. Trump ist einer der wenigen internationalen Brexit-Unterstützer. Als der heutige Präsident Barack Obama als Kandidat Europa besuchte, hatte er es schwer, offizielle Gesprächspartner zu finden, die ihn im Wahlkampf unterstützten - dabei war Obama anders als Trump in Europa sehr beliebt. In Großbritannien gilt Trumps Untrstützung für den Brexit eher als abschreckend - und daher gut für das EU-Lager.

+++ Bristols Bürgermeister wirbt für Europa +++

Unser Reporter Lukas Bay ist in Bristol unterwegs und hat dort Bürgermeister Marvin Rees nach seiner Meinung gefragt: "Bristol ist schon immer eine internationale und pro-europäische Stadt gewesen, vielleicht sogar die europafreundlichste in ganz Großbritannien. Doch die Europa-Gegner haben es geschafft, mit den Ängsten der Menschen zu spielen. Es ist wichtig, dass wir Menschen aus der ganzen Welt in unsere Gesellschaft integrieren. Das ist mir persönlich wichtig, denn ich bin einer von Ihnen. Mein Vater kommt aus Jamaika. Und ich erlebe, wie in der Debatte um den Brexit auch Fremdenfeindlichkeit für den Wahlkampf ausgenutzt wird. Menschen, die sich nicht wehren können, werden für die eigenen Probleme verantwortlich gemacht. Das ist eine leichte Option, aber es ist auch eine opportunistische Option. Ich bin sicher, dass Bristol mit großer Mehrheit für einen Verbleib in der EU stimmen wird."

Bay sprach auch mit den Jungpolitikern Ellie Barrett-Rees, Lucy Mercer, Harri Stagg und Rhea Warner (siehe Foto). Sie stehen klar auf der Seite von David Cameron: "Wir stimmen für einen Verbleib in der EU, weil wir weiterhin so frei reisen und studieren wollen wie bisher. Das geht besser in einer gemeinsamen EU. Außerdem darf man nicht vergessen, dass die EU das größte Friedensprojekt der Geschichte ist - auf einem Kontinent, der allen Jahrhunderten vorher gekämpft hat. Das ist eine große Idee. Deswegen stehen wir in dieser Frage zusammen. Einige von uns sind bei den Liberaldemokraten, andere bei Labour, doch bei diesem Thema sind wir einer Meinung und hoffen, dass viele junge Wähler morgen abstimmen werden."

+++ Unverhofftes Wiedersehen vor dem Schottischen Parlament +++

Nicht nur Handelsblatt-Reporter Christoph Kapalschinski ist direkt vom Jahrestreffen des globalen Branchentreffs der Konsum-Industrie, dem Consumer Goods Forum, aus Kapstadt direkt nach Edinburgh weitergeflogen. Vor dem schottischen Parlament in Edinburgh traf er auf den Chefkorrespondenten des britischen Privatsenders Channel 4 Alex Thomson, der die Wirtschaftsveranstaltung in Südafrika vergangene Woche moderiert hatte. Der britische Journalist kam gerade von einem Treffen mit der Schottischen Ersten Ministerin, Nicola Sturgeon.
Thomsons Fazit: Bei einem Brexit könnte die Schottische Nationalpartei SNP ein neues Referendum über die Unabhängigkeit des Landes fordern. Eine erste Abstimmung war vor zwei Jahren knapp gescheitert. Doch wie realistisch ist das? „Ich glaube nicht, dass es dazu kommt – weil ich nicht glaube, dass es eine Mehrheit für den Brexit gibt. Wenn doch, wird sich die Regierung in London der schottischen Forderung nach einem neuen Referendum kaum entziehen können. Wie das nach einem EU-Austritt ausgehen würde, ist ungewiss – letztes Mal war es ja sehr knapp. Ich glaube aber nicht, dass Nicola Sturgeon einen Brexit wünscht – schließlich wäre ein erneutes Referendum nach so kurzes Zeit für sie risikoreich.“

+++ Think-Tank-Chef für Verbleib der Briten in der EU +++

Charles Grant, Chef des Think Tanks "The Centre for European Reform", trägt seine Wahlempfehlung als Pullover.

+++ Pimco rechnet mit Verbleib in der EU +++

Der Allianz-Vermögensverwalter Pimco sieht die Chance für einen Verbleib Großbritanniens in der EU bei etwa 60 Prozent.

+++ Juncker will im Falle eines Brexits nicht zurücktreten +++

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker plant im Falle eines Austritts Großbritanniens aus der EU keinen Rücktritt. Auf die Frage eines Journalisten, ob Juncker für den Brexit-Fall Rücktrittspläne hege, antwortete ein Sprecher am Mittwoch in Brüssel knapp: „Die Antwort ist: Nein.“ In der Vergangenheit war über einen solchen Schritt spekuliert worden.

+++ Nordirische Brexit-Fans +++

+++ Außenminister könnten sich im Fall eines Brexit in Berlin treffen +++

Nach der Entscheidung Großbritanniens über einen Austritt aus der EU werden sich am Samstag möglicherweise die Außenminister der Gründerstaaten der Gemeinschaft in Berlin treffen. "Zum Gründerstaatentreffen: Ich kann Ihnen da noch nichts bestätigen, ich kann das aber auch nicht ausschließen", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, am Mittwoch in Berlin. Die Gründerstaaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), der Vorläuferin der EU, waren Frankreich, Deutschland, Italien und die Benelux-Länder.

+++ Ryanair-Chef fürchtet Kollaps der EU +++

Die EU droht sich aufzulösen, sollte Großbritannien am Donnerstag für den Abschied aus der Europäischen Union stimmen, sagt Ryanair-Chef Michael O'Leary. Am Vortag des Referendums sagte er, dass eine Sieg für "Leave" ein "Ende des Europäischen Projekts bedeute". Unsere Reporter haben den Manager in London getroffen:

+++ Türkei als Zünglein an der Waage? +++

Die Nachrichtenagentur AFP meldet mit Berufung auf informierte Kreise, dass die Europäische Union am 30. Juni wie geplant weitere Beratungen über einen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union aufnehmen werde. Im Wahlkampf um das EU-Referendum in Großbritannien ist ein möglicher Türkei-Beitritt zur EU ein heiß diskutiertes Thema. Die Brexit-Befürworter warnen davor, weil sie unkontrollierte Zuwanderung aus dem Land befürchten. Premierminister David Cameron hatte als Verteidigung einen Beitritt der Türkei zur EU auf absehbare Zeit ausgeschlossen.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat es als nicht rechtens bezeichnet, dass die Brexit-Befürworter den Status der Türkei als EU-Beitrittskandidat in ihrer Kampagne für den EU-Austritt der Briten genutzt hätten. "Die Türkei ist niemals eine Last für die EU gewesen", sagte Cavusoglu in Ankara. Zudem sprach er sich dafür aus, dass Großbritannien in der EU bleiben sollte.

+++ Sigmar Gabriel (SPD): Es darf es kein „Weiter so“ geben +++

Nach Ansicht von Vizekanzler Sigmar Gabriel muss die Europäische Union mit oder ohne Großbritannien dringend besser werden. „Egal, wie das Referendum ausgeht, ein „Weiter so“ darf es nicht geben“, sagte der SPD-Chef am Mittwoch in Berlin. Es stehe zu viel auf dem Spiel, erläuterte Gabriel mit Blick auf Millionen arbeitsloser Jugendlicher in Europa und das Erstarken rechtspopulistischer Parteien. „Nach sieben Jahren Wachstums- und Beschäftigungskrise, die Europa auseinandergetrieben haben, brauchen wir dringend eine wirtschaftspolitische Wende.“

+++ Jan Böhmermann positioniert sich für den Verbleib der Briten +++

Der Moderator und Entertainer Jan Böhmermann positioniert sich in den sozialen Netzwerke für den Verbleib der Briten in der Europäischen Union - natürlich auf sehr eigene Art. In einem langen Statement bei Facebook plädiert er für Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und gemeinsame Ideale. Bei Twitter werden unter seinem Hashtag #dontleaveyoustupidfuckers Songs herumgereicht, die diese Botschaft unterstützen. Unter anderem: "Niemals geht man so ganz" (Bläck Fööss) oder "Stay" (Shakespeares Sister). Ob es was bringt? Für Europafans zumindest eine gute Playliste für den morgigen Tag.

+++ Neue Umfrage: Brexit-Gegner leicht vorn +++

Kippt die Stimmung in Richtung EU-Verbleib? Eine repräsentative Umfrage von Survey Monkey sieht die EU-Anhänger leicht vorn: 50 Prozent der knapp 4000 am Montag und Dienstag befragten Briten wollen demnach für „Remain“ votieren, 47 Prozent für den „Brexit“. Ausschlag für die Wende gab die Stimmung unter den Konservativen – dort schrumpfte die große Mehrheit der Brexit-Befürworter im Vergleich zu vorherigen Umfragen.

+++ Gary Lineker ist für "Remain" +++

Der ehemalige englische Nationalspieler hat sich am Mittwoch beim Kurznachrichtendienst zum Referendum geäußert. Er hält es damit wie Victoria und David Beckham.

+++ Kampf um einen britischen Pass +++

Der Chef der rechtskonservativen Partei UKIP, Nigel Farage, appelliert an den Patriotismus seiner Landsleute. Es gebe keinen britischen Pass mehr, nur noch einen der Europäischen Union, sagt er am Tag vor der Abstimmung. "Ich möchte, dass wir mit einem britischen Pass unter einer britischen Fahne leben", so der Brexit-Befürworter.

+++ Spekulationen um die Position der Queen zum Brexit +++

Die Boulevard-Zeitung "The Sun" hatte bereits im März auf den Titel gedruckt, dass Königin Elizabeth II. angeblich für einen EU-Austritt des Vereinigten Königreichs sei. Allerdings gab es dazu nie eine Bestätigung. Am Sonntag suggeriert die Zeitung erneut auf der Titelseite, dass die Königin eine Brexit-Befürworterin sei. Selbst abstimmen dürfen die Mitglieder der königlichen Familie nicht. Eine offizielle Position des Königshauses zur Frage gibt es nicht.

Premierminister David Cameron reagierte bereits am Vormittag auf den Bericht. Er sagte über die Spekulationen zur Königin, dass „die Gespräche, die wir haben vertraulich seien und auch so bleiben werden.”

+++ Cameron on tour +++

Premierminister David Cameron hat einen seiner Vorgänger John Major und die ehemalige Labour-Frontfrau Harriet Harman an seiner Seite in den letzten Wahlkampfstunden. Cameron macht sich erneut für den EU-Verbleib stark und sagt, dass das Land "stärker, sicherer und wohlhabender" innerhalb der Europäischen Union sei.

+++ Schüler diskutieren über den Brexit +++

Was denken Jugendliche in Großbritannien über das EU-Referendum? Die Wahl hat großen Einfluss auf ihre Zukunft – doch sie dürfen nicht abstimmen. Handelsblatt-Reporterin Katrin Terpitz besuchte eine Politikstunde an einer Schule in Kent.

+++ Wahlkämpfer im Reisewahn +++

Der Chef der rechtskonservativen UKIP, Nigel Farage, fliegt am Mittwoch per Hubschrauber durch das Land und stoppt in mehreren Städten, um noch möglichst viele Wähler vom Brexit zu überzeugen. Auch Premierminister David Cameron tourt noch einmal, um das Rennen zugunsten der „Remain“-Kampagne zu entscheiden. Laut einer Auswertung verschiedener Umfragen durch die "Financial Times" führen derzeit die Brexit-Befürworter mit 45 zu 44 Prozent.

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