Brexit – exklusive Handelsblatt-Umfrage

Wer profitiert von der EU am meisten? „Germany“!

Die Abstimmung über die Beziehungen zwischen London und Brüssel ist eine Schicksalswahl. Viele Europäer fürchten einen Brexit, die Briten selbst sind zwiegespalten. Die wichtigsten Ergebnisse der großen Handelsblatt-Umfrage.
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Neueste Umfragen zeigen: Befürworter und Gegner eines Austritts aus der EU liegen nahezu gleichauf. Quelle: Imago
Ungewisser Ausgang

Neueste Umfragen zeigen: Befürworter und Gegner eines Austritts aus der EU liegen nahezu gleichauf.

(Foto: Imago)

LondonAn der Börse üben sich Investoren in großer Gelassenheit. Die Aktienkurse von kleineren und mittelständischen britischen Unternehmen sind zuletzt kontinuierlich gestiegen und haben sich teilweise besser entwickelt als die Titel größerer Konzerne auf der Insel. Das spiegelt Analysten zufolge die wachsende Zuversicht der Aktionäre wider, dass Großbritannien sich am Ende doch gegen einen Austritt aus der Europäischen Union, den so genannten Brexit entscheidet.

Am 23. Juni stimmen die Briten darüber ab. Doch den Optimismus der Investoren teilen bei weitem nicht alle. Wie aus einer am Dienstag vorgelegten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervorgeht, liegen auf der Insel die Befürworter eines Austritts sowie die Gegner mit jeweils 40 Prozent der Stimmen gleichauf. Etwa 14 Prozent der Wähler sind unentschieden, sechs Prozent wollen gar nicht zur Wahl gehen (siehe folgende Grafiken).

Knapp drei Wochen vor dem Referendum schalten sich daher immer mehr Experten sowie Schwergewichte aus der Wirtschaft in die Debatte ein. In einem offenen Brief warnten am Dienstag die Chefs der größten Unternehmen Europas, darunter Vodafone-Chef Vittorio Colao sowie Shell-Boss Ben van Beurden vor den Folgen eines Ausstiegs. Sie schließen sich damit den Warnungen US-Präsident Barack Obama an sowie von Organisationen wie dem Internationalen Währungsfonds und der Bank of England an.

Sie haben massive negative Konsequenzen für Großbritannien und auch für den Rest Europas vorhergesagt. Diese Befürchtung teilen auch die YouGov Befragten. Sie erwarten, dass der Austritt Großbritanniens aus der Staatengemeinschaft einen Dominoeffekt auslösen wird. So glauben die Befragten in Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Schweden mehrheitlich, dass es im Fall eines britischen Austritts „wahrscheinlich“ sei, dass sich auch weitere Länder aus der EU verabschieden würden.

Dazu könnte auch beitragen, dass die EU in diesen Tagen kein besonders positives Bild abgibt: Nur jeder fünfte Brite antwortete auf die Frage, ob er zuletzt etwas Gutes über die EU gesehen oder gehört hätte, mit Ja. In den übrigen Staaten, darunter auch Deutschland, lag die Quote sogar noch niedriger. Brüssel – und auch Deutschland – dienen momentan auf der Insel vielen eher als Buhmann.

„Stoppt den deutschen Vorstoß!“ war in den vergangenen Tagen auf Plakaten entlang einer britischen Autobahn nach Birmingham zu lesen – zusammen mit dem Aufruf, für den Austritt aus der EU zu stimmen. Die Brexit-Kampagne „Vote Leave“ betonte zwar, dass sie mit den Werbebannern nichts zu tun habe.

Doch die Aktion wirft ein Schlaglicht auf die Stimmung im Lande. Auf die Frage, welches Land am meisten von der EU profitiert, geben die Briten eine klare Antwort: Deutschland. Ihr eigenes Land kommt dagegen für 30 Prozent der Briten in der EU schlecht weg. Es ist ein Eindruck, den Cameron schnell revidieren sollte – doch dafür bleiben ihm nur noch wenige Wochen.

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  • Was haben die Briten denn für die EU getan?

    Die Profiteure innerhalb der EU sind wenige Deutsche und wenige andere EU-Bürger,
    mit 2 Ausnahmen:
    Die deutschen Politiker und die EU-Politiker incl. deren Gefolge.
    Der Normalbürger darf natürlich n u r bezahlen.
    Jeder zweitklassige Kabarettist hat mehr Format und Esprit.

  • "Wer profitiert von der EU am meisten?"

    Abgehalfterte, unlegitimierte Politiker,vom Schlage z.B. eines Juncker, Schulz, oder Öttinger, die sich einen wuchernden Verwaltungsapperat geschaffen haben, um über Glühbirnern, Gurkenkrümmungen, Ölkännchen oder ähnlichen Blödsinn zu bestimmen.

    "Nebenher" schafft man Probleme, die man ohne die heutige EU-DSSR nicht gehabt hätte: €uro, Schuldenkrise, "Griechenlandrettung", "Flüchtlinge" usw.

    Viel Geld "verdienen, für nix haften und verantwortlich sein - so lässt sich's auf Kosten des Steuerzahlers gut leben........

  • Inwieweit die Bürger den Aufrufen der etablierten Politiker folgen, hängt davon ab, ob der einzelne Bürger jemals von den angeblichen Segnungen der EU profitieren konnte. Von Deutschland kann man sagen, dass die kleine Oberschicht unglaublich profitiert hat und die Unter- und Mittelschicht schockierend verloren hat.

  • Nach unseren Kommentaren hier wissen die Briten nun bestens, wie sie im Sommer zu einem richtigen Ergebnis kommen.

  • Wenn die Normalbürger der Briten und der Deutschen spürbar von der EU profitieren würden, wären die Menschen sicher nicht gegen die EU. Doch das Gegenteil ist der Fall. Es bereichern sich die Reichen und die Drittklasse Politiker, die die EU entgegen ihren Erfindern zu ihrem "Geschäftsmodell" mit königlichen Bezügen und vergoldeter Rente gemacht haben. Egal, was da kommt, diese EU muss aufgelöst werden - man kann keine Reform mit denselben alten Leuten z.B. der Barroso -Juncker - Clique machen. Es muss entweder das gesamte EU Personal ausgetauscht werden Politiker gegen Wissenschaftler ( weil nicht demokratisch legitimiert, dann wenigstens fachlich legitimiert!!), oder die EU muss sich auflösen. Man hat dem einfachen Mann zu viel gestohlen und von unten nach oben verteilt, einschliesslich der teilweise korrupten EU Politiker.

  • Artikel über die EU eignen sich für mich besonders zum Kommentieren, ich brauch keine Pillen und mach auch nicht in die Hosen, wenn ich an den Kackhaufen denke.

  • Oh, wie wahr....ich habe mir auch schon überlegt, hier alles zu verkaufen. Meine Kanzlei, meine Häuser und meine diversen Beteiigungen und nach UK zu Freunden überzusiedeln.....Komisch, meine gebürtigen UK Freunde, alles studierte Accountants, lawyers oder auch Ärzte stimmen auskunftsgemäß für den Brexit....jetzte frage ich mich gerade haben die noch alle Tassen (im Schrank?)..Ich denke schon und das Beste ist, dass ich meine Freunde noch in deren Absicht bestärke, denn schlimmer kann es für Deutschland und diese EU nicht mehr kommen! :-(

  • Wer profitiert von der EU am meisten? „Germany“!
    So ein Schmarn. In der EU gibt es nur Opfer außer ein paar Dieben.

  • Die suggestive, tendenziöse Überschrift der Systemschreiberlinge verschweigt allerdings, dass D in UK immerhin als drittstärkst geschädigtes Opfer der EU angesehen wird

  • Am meisten profitieren von der EU die Konzerne. Genauer gesagt, die Eigentümer der Konzerne. Für Deutschland, also die Deutschen blieb die Schröder-Agenda mit der flächendeckenden Einführung von Niedrigstlöhnen, die massive Rentenkürzung die mannigfaltige Haftung im Rahmen des Euro-Verbundes sowie die mit Abstand höchsten EU-Nettobeiträge.
    Zudem tut auch die EU tendenziell gar nichts für den europäischen Grenzschutz und ist mit der millionenfachen Einschleusung von Billigstlöhnern aus fernen Kulturkreisen insgeheim wohl hochzufrieden.
    Am Ende haben EU und Euro dafür gesorgt, die Nationalstaaten und den Sozialstaat abzuschaffen und fundamentale Bürgerrechte auf den Müllhaufen der Geschichte zu befördern. Vielleicht war das ihr eigentlicher "Zweck".

    SO hatten sich das die Bürger Europas wohl nicht vorgestellt mit der "europäischen Idee".

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