Brexit-Referendum läuft
Ein Kreuz, das Geschichte schreibt

Remain oder Leave? Die Brexit-Abstimmung läuft, erwartet wird eine eher hohe Wahlbeteiligung. Wie das Referendum über den Verbleib in der EU ausgehen wird, ist völlig offen. Unsere Reporter berichten aus Großbritannien.
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London/Edinburgh/ManchesterWahllokalleiter Brian hat einen langen Tag vor sich. In seiner „Polling Station“ im Gemeindezentrum des ehemaligen Arbeiterviertels Haggerston im Osten Londons können heute rund 1000 Briten abstimmen. Bis um 22 Uhr abends können sie entscheiden, ob ihr Land weiter Mitglied der Europäischen Union bleiben soll oder nicht. Es ist eine historische Abstimmung, dieses dritte Referendum in der Geschichte Großbritanniens. Für die Briten, aber auch für ganz Europa.

Brian hat sich schon längst per Briefwahl entschieden: „Wir können nicht austreten“, sagt der 59-Jährige. „Sicher, es läuft nicht alles wie es sollte. Aber genau deswegen können wir nicht einfach gehen: Wir müssen das in Ordnung bringen. Europa ist wichtig.“ Schon früh am Morgen sind die ersten zum Wahllokal gekommen. Trotz des Wetters. Es regnet in Strömen nach einer Nacht mit heftigen Gewittern. Züge fallen aus, Taxen sind schwer zu bekommen. Doch über den Vormittag klart der Himmel auf.

Bereits um neun Uhr morgens gibt David Cameron im Zentrum Londons seine Stimme zusammen mit seiner Frau Samantha ab. Hand in Hand gehen beide ins Wahllokal – Cameron wirkt angespannt. Auch seine politische Zukunft hängt an der Entscheidung dieses Tages. Vier Monate lang hat er gekämpft, um seine Landsleute von einem Verbleib in der EU zu überzeugen.

In London überwiegt die Zahl derer, die in Camerons Sinn stimmen werden. Viele Menschen arbeiten bei Banken, Versicherungen, im IT-Bereich. Sie sehen vor allem die ökonomischen Vorzüge der EU und wollen bleiben. Wie der Banker Sumi Ariaraj, der im Wahllokal Artizan Street Library in der Nähe der Station Liverpool Street für den Verbleib gestimmt hat.

Im Stadtteil Islington, in dem beispielsweise Greenpeace seinen Sitz hat, gehen die Menschen meist noch vor der Arbeit ins Wahllokal. Sie haben hier eine Meinung, wollen mitentscheiden, ihren Beitrag leisten. Es sind Menschen wie Phil Gardener, die am Bahnhof King’s Cross stehen – den Regenschirm in der rechten Hand, das „Vote Remain“-Schild in der linken – und trotz des schlechten Wetters lächeln. Viele hier fühlen sich als Europäer, reden offen darüber, wo sie ihr Kreuz gemacht haben.

Auch in Brians Wahllokal überwiegen am Morgen die Anhänger eines Verbleibs in der EU. So wie Darran, Anzug, Anfang 30, der gerade mit einer Frühstücksbanane in der Hand aus Brians Wahllokal kommt. Er ist auf dem Weg ins Büro in die Londoner City und hat sein Kreuz bei „Bleiben“ gesetzt. Er glaubt, dass es besser ist für Großbritannien, in der Europäischen Union zu sein.

Doch es gibt auch andere Stimmen: Patrick etwa hat den Austritt angekreuzt. Warum? „Weil ich es will“, sagt er und lacht. Man sieht dem 62-Jährigen an, dass er hart gearbeitet hat im Leben. Der Mann in grauer Jogginghose und Kapuzenpullover sieht vor allem in der Zuwanderung ein Problem. Einer seiner Söhne ist Arbeiter und hat schon seit eineinhalb Jahren keinen Job mehr. „Die Rumänen bekommen die Jobs“, sagt er. Er hofft, dass sich die Brexit-Befürworter durchsetzen. „Mir reicht's.“

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  • gut aufgepasst, fehlerteufel gleich gefunden!

  • Gültig auch für Kommentatoren:
    Erklärung, warum minus mal minus plus ist im Mathe-Forum für Schüler und Studenten

  • da hat unser pfarrer ja gut dazugelernt die letzten jahre. chapeau! in der ddr hat man das ja auch so gesehen, oder verstehe ich was nicht.... leider ergibt minus mal minus in der politik plus.

    aber das zerfallsdatum von amtszeiten ist wenigstens biologisch nicht unendlich...

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