Devisen
Pfund fällt auf 30-Jahres-Tief

Der Devisenmarkt spielt am Freitag verrückt. Das Pfund stürzt von 1,50 Dollar auf zeitweise 1,35 Dollar. Der Euro verliert drei Cent gegenüber dem Dollar. Die US-Notenbank könnte Zinserhöhungen weiter verschieben.

Angesichts des drohenden Ausstiegs Großbritanniens aus der EU nehmen die Kursverluste beim Pfund immer dramatischere Ausmaße an. Die britische Währung fällt um fast neun Prozent auf 1,3466 Dollar – den tiefsten Stand seit drei Jahrzehnten. Am Donnerstagabend war die Währung noch auf 1,50 Dollar geklettert. Auf der Suche nach "sicheren Häfen" schichten Anleger ihr Geld in Gold und Schweizer Franken um. Gold verteuert sich um 3,3 Prozent auf 1296 Dollar, der Euro fällt auf 1,0722 Franken und sackt drei Prozent ab auf 1,1056 Dollar.

Ein hochrangiges Mitglied der US-Notenbank Federal Reserve plädiert angesichts des EU-Referendums in Großbritannien zu Geduld bei weiteren Zinsschritten. Es gelte, zunächst noch Signale für eine Erholung der US-Wirtschaft abzuwarten, sagte der Präsident der Fed von Dallas, Robert Kaplan, am Donnerstag vor Journalisten. Kaplan hatte sich zuletzt eher für eine baldige Straffung der Geldpolitik eingesetzt. Nun erklärte er, ihm machten die ersten Ergebnisse aus Großbritannien Sorgen. Dort zeichnete sich eine überraschende Stärke der EU-Gegner ab. Kaplan sagte weiter, ein Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union (EU) könne den internationalen Handel und damit das weltweite Wirtschaftswachstum ausbremsen.

Zuletzt hatte zudem der US-Arbeitsmarkt geschwächelt. Kaplan erklärte, nach den jüngsten Ereignissen sei Geduld das Gebot der Stunde. Die Fed hatte im Juni die Zinsen nicht angetastet und ihr Stillhalten vor allem mit dem Brexit-Referendum begründet.

Die Schweizer Notenbank will einen Höhenflug des Franken verhindern: Präsident Thomas Jordan hatte Interventionen am Devisenmarkt angekündigt, sollte es rund um die Abstimmung zu Turbulenzen an den Finanzmärkten kommen. Notfalls hatte er auch eine weitere Zinssenkung nicht ausgeschlossen. Die SNB wollte sich zunächst nicht zu der Abstimmung äußern. Sie warte das finale Ergebnis ab, sagte ein Sprecher.

Nicht nur die Devisen-, auch die Aktienmärkten werden heftig in Mitleidenschaft gezogen. Dazu lesen Sie hier mehr. Die Live-Wahlergebnisse gibt es hier.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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