EU-Referendum in Großbritannien
Komiker John Cleese bekennt sich zum Brexit-Lager

Nicht nur die britische Bevölkerung ist hin- und hergerissen zwischen Verbleib in der Europäischen Union und einem Abschied ("Brexit"). Auch die Künstler des Landes sind gespalten. Komiker Cleese positioniert sich.

DüsseldorfFast 300 britische Prominente hatten sich im Mai in einem offenen Brief für den Verbleib des Landes in der Europäischen Unionausgesprochen. Schauspielerin Keira Knightley und Darsteller Benedikt Cumberbatch gehörten dazu - nicht zu den Unterzeichnern gehörte der Komiker John Cleese.

Der 76-Jährige Unterhaltungskünstler („Monty Python“, „Fawlty Towers“, „Ein Fisch namens Wanda“ etc.) machte spätestens in der Nacht auf Sonntag deutlich, zu welchem politischen Lager er beim EU-Referendum zählt. „Würde es in der EU die Chance auf maßgebliche Reformen geben, würde ich für den Verbleib stimmen“, schrieb Cleese im Kurznachrichtendienst Twitter. Doch diese Möglichkeit sehe er nicht.

Die Bürger Großbritanniens stimmen am 23. Juni darüber ab, ob ihr Land Mitglied der EU bleiben oder die Staatengemeinschaft verlassen soll („Brexit“). Premierminister David Cameron hatte sich für das Votum stark gemacht, auch um innerparteiliche Auseinandersetzungen in der Frage zu klären. Cameron kämpft für den Verbleib, der Ex-Bürgermeister Londons, Boris Johnson, ist Fürsprecher der Austrittsfraktion.

Auf Nachfrage schrieb Komiker Cleese auch, welche Forderungen er an die EU stelle. Die Union solle „den Euro abschaffen, Rechenschaft einführen und Jean-Claude Juncker hängen“. Juncker ist Präsident der Europäischen Kommission. Cleese ist gerade in sozialen Netzwerken für drastische und zynische Äußerungen bekannt. Er erntete für seine Position viel Zuspruch aber auch Kritik.

Der aus Somerset im Südwesten Großbritanniens stammende Cleese hatte sich in den vergangenen häufiger mit konservativen Positionen zu Wort gemeldet. Weitere prominente britische Befürworter eines EU-Austritts sind etwa die Schauspieler Michael Caine, Joan Collies und Elisabeth Hurley.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
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