Französische Großbank

Société Générale warnt Kunden vor Brexit

Die Märkte bibbern dem Brexit entgegen – und Händler stellen sich auf Turbulenzen ein. Die französische Bank Société Générale warnt ihre Kunden in einer Mitteilung bereits vor einem möglichen Kurse-Chaos am Donnerstag.
Die französische Bank warnt ihre Kunden vor einem möglicherweise turbulenten Brexit-Tag. Quelle: AFP
Société Générale

Die französische Bank warnt ihre Kunden vor einem möglicherweise turbulenten Brexit-Tag.

(Foto: AFP)

Die französische Bank Société Générale hat ihre Kunden vor Marktstörungen am Tag der Abstimmung über den Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union gewarnt. Die Fähigkeit der Bank, normale Liquidität und Preisstellung im Devisengeschäft zur Verfügung zu stellen, könnte eingeschränkt sein, hieß es in einer Mitteilung, die Bloomberg vorlag.

Knapp eine Woche vor der Abstimmung wird es für die Märkte zunehmend schwieriger, das Endergebnis vorherzusagen. Messzahlen für die Volatilität des britischen Pfunds haben Rekordhöhen erreicht, und die Händler bereiten sich auf ungewöhnliche Devisenkursbewegungen, weitere Spannen zwischen Geld- und Briefkurs sowie die Aussicht schwindender Liquidität bei Schocks vor. Ila Kotecha, eine Sprecherin für die Société Générale in London, wollte sich zu der Mitteilung nicht äußern.

„Wir wollen einige mögliche Beschränkungen im Vorfeld eventuell gestörter Marktbedingungen aufzeigen“, heißt es in der Mitteilung der Bank. „Wir können möglicherweise nicht die gewohnten Niveaus bei Liquidität und Preisen im Allgemeinen und auf elektronischen Märkten im Besonderen bieten. Ihre Orders könnten aufgrund einer möglichen Marktstörung deutlich abweichend von den gewünschten Kursniveaus ausgeführt werden.“ Die Bank werde sich jedoch bemühen, ihren Kunden weiterhin die Dienstleistungen eines Marktmachers anzubieten, hieß es.

Wer für den EU-Austritt kämpft und wer dagegen
Kontra Austritt: David Cameron
1 von 20

- 49, britischer Premierminister
- „Selbstzerstörung“, „Isolationismus“, „Risiko“ – die politische Führung in Großbritannien mahnt eindringlich vor einem Austritt aus der EU. Premierminister Cameron wird nicht müde, die Tragweite dieser Abstimmung zu betonen. „Dies ist auch eine Entscheidung über unseren Platz in der Welt“, so der Chef der konservativen Partei. „Darüber, wie wir die Sicherheit unseres Landes gewährleisten, wie Großbritannien Dinge in Europa und weltweit erreichen kann, statt einfach eine von anderen diktierte Welt zu akzeptieren.“

Pro Austritt: Boris Johnson
2 von 20

- 51, Bürgermeister von London von Mai 2008 bis Mai 2016 (Conservatives)
- Die Europäische Union strebe einen Superstaat an, sagte Johnson jüngst in einem Interview mit „The Sunday Telegraph“ – ähnliche Tendenzen habe es in der Vergangenheit bereits gegeben. „Napoleon, Hitler, diverse Leute haben es versucht, und es endet tragisch. Die EU ist ein Versuch, dies auf verschiedene Weisen zu tun.“

Kontra Austritt: George Osborne
3 von 20

- 45, britischer Finanzminister
- „George Osborne warnt vor Brexit“ – Schlagzeilen dieser Art gab es in den weltweiten Gazetten zuletzt häufiger zu lesen. Der britische Finanzminister gehört zu den vehementesten Befürwortern eines Verbleibs in der EU. Konjunktureinbruch und Abschwung seien wahrscheinlich, sollte Großbritannien mit „leave“ stimmen. „Das britische Volk muss sich diese Frage selbst stellen. Können wir bewusst für eine Rezession stimmen?“, so Osborne. Schließlich würde ein Votum für den Austritt einen „sofortigen und heftigen Schock“ auslösen – das britische BIP würde sich bis zum Jahr 2030 um sechs Prozent verringern.

Pro Austritt: Nigel Farage
4 von 20

- 52, UKIP-Parteichef
- Einer der Hauptakteure im Kampf gegen den Verbleib in der EU: Kaum jemand hat sich so öffentlichkeitswirksam für einen Brexit eingesetzt wie Nigel Farage. Der Chef der EU-skeptischen UKIP befindet sich seit Monaten im Wahlkampfmodus. „Ich kann die Unentschlossenen überzeugen. Ich bin die Stimme, die sie umschwenken kann.“

Kontra Austritt: Barack Obama
5 von 20

- 54, Präsident der Vereinigten Staaten
- Gemeinsam mit David Cameron hat sich Obama für einen Verbleib Großbritanniens in der EU ausgesprochen. „Großbritannien ist immer am besten, wenn es dabei hilft, ein starkes Europa zu führen“, so der US-Präsident. In einem Gastbeitrag für die Zeitung „The Telegraph“ schrieb er zudem: „Die USA und die Welt brauchen weiterhin den verstärkten Einfluss Großbritanniens – auch innerhalb der EU.“

Pro Austritt: Michael Gove
6 von 20

- 48, seit 2015 Justizminister (Conservatives)
- „Ich denke, unser Land wäre außerhalb der Europäischen Union freier, fairer und besser. Der Euro hat eine wirtschaftliche Krise ausgelöst, Regulierung zu massenhafter Arbeitslosigkeit geführt. Die EU-Migrationspolitik hat Menschenhändler ermutigt und verzweifelte Flüchtlinge an unsere Grenzen gebracht.“

Kontra Austritt: Sadiq Khan
7 von 20

- 45, neuer Londoner Bürgermeister
- Kurz nach seinem Amtsantritt erklärte Sadiq Khan, er wolle Premier David Cameron durch aktiven Wahlkampf für einen Verbleib in der EU unterstützen. „Hier in London sehe ich mehr als eine halbe Million Jobs, die direkt von der EU abhängen“, so der neue Bürgermeister der Hauptstadt.

Die Banken befürchten eine Wiederholung der chaotischen Devisenkursbewegungen nach der überraschenden Aufgabe der Franken-Deckelung durch die Schweizerische Nationalbank im Januar des vergangenen Jahres. Damals kletterte der Franken bis zu 41 Prozent gegenüber dem Euro.

Händler ziehen daher alternative Techniken wie den Telefonhandel in Betracht. Einige Händler sind angewiesen worden, Kundenorders abzuarbeiten und nicht für die eigenen Bücher zu handeln. Devisenhändler im Privatkundenbereich wie IG Group Holdings und FXCM Inc. haben bereits die geforderten Sicherheitsleistungen für Pfund-Transaktionen in Erwartung einer höheren Volatilität angehoben.

  • Bloomberg
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