Kommentar zum Brexit
Ein schwerer Rückschlag für ganz Europa

Großbritannien hat sich beim Referendum offenbar für den Brexit entschieden. Gott helfe dem Vereinigten Königreich – und der Europäischen Union. Ein Kommentar unserer Korrespondentin aus Brüssel.
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Der Tag danach beginnt mit einem Stoßseufzer: „Der Himmel helfe dem Vereinigten Königreich“, schreibt ein Leser der „Financial Times“. Göttlichen Beistand brauchen nun aber nicht nur die Briten, sondern alle Europäer: Die Europäische Union verliert ihren drittgrößten Mitgliedstaat – von dem Rückschlag wird sich die Staatengemeinschaft so bald nicht erholen.

Am Tag danach ist vor allem eines wichtig: Ruhe bewahren. Es geht nun erst einmal darum, dem Rest der Welt zu zeigen, dass die EU trotz aller Erschütterung nicht wanken wird. Angela Merkel, Francois Hollande und Jean-Claude Juncker müssen glaubhaft versichern, dass die anderen 27 Staaten zusammenstehen und bleiben wollen.

Es geht erst einmal darum, die Finanzmärkte zu stabilisieren. Denn wenn die Investoren das Vertrauen in den Zusammenhalt der EU verlieren und womöglich wieder hochverschuldete Euro-Staaten im Süden attackieren, dann kann die Krise des britischen Pfundes ganz schnell auf die Euro-Zone übergreifen.

Die EU-Spitzen und die britische Regierung werden auch sehr schnell klar machen müssen, wann und wie sie den Austritt des Vereinigten Königreiches regeln. Man kann Bürger, Banken und Unternehmen nicht wochen- oder monatelang darüber im Unklaren lassen, ob Großbritannien weiter Mitglied des Europäischen Binnenmarktes bleibt. Dann würde sich Unsicherheit wie Mehltau über die Wirtschaft legen – mit fatalen Folgen für Wachstum, Investitionen und Jobs.

Nach den Märkten – und das wird es noch viel schwieriger – kommen die Menschen. Natürlich ging es in dem britischen Referendum nicht nur um die EU. Die Briten haben auch Nein gesagt zur Einwanderung, zur Globalisierung, zu ihrem Premierminister David Cameron. Das Leave-Votum ist aber eben auch eine klare Absage an die EU – und das werden alle, die in Brüssel, Paris und London das sagen haben, zur Kenntnis nehmen müssen.

„Es war eine Kampagne für nationale Selbstbestimmung“, analysiert der Grünen-Europaparlamentarier Sven Giegold, der sich am Morgen als einer der ersten in Brüssel zum Brexit äußerte. Die Menschen haben das Gefühl, zu wenig Einfluss auf EU-Entscheidungen zu haben. Über diesen „empfundenen Mangel an europäische Demokratie“ müsse man nun sehr intensiv nachdenken – zumal er nicht nur Großbritannien, sondern auch viele andere EU-Staaten betrifft.

Ruth Berschens leitet das Korrespondenten-Büro in Brüssel.
Ruth Berschens
Handelsblatt / Büroleiterin Brüssel
Brexit

Kommentare zu " Kommentar zum Brexit: Ein schwerer Rückschlag für ganz Europa"

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  • Herr Troll, verwenden Sie doch mal einen anderen Text-Baustein, Sie langweilen das Publikum.

  • Gerade die Aussage von Elmar Brok im HB gelesen: "Die Lügenkampagne der Brexit-Befürworter hat verfangen. Da wurden ja alle möglichen Unwahrheiten verbreitet über die angebliche unkontrollierte Immigration." Hier sollte Herr Brok mal bei sich selbst anfangen. Was wurden uns alles für Lügen erzählt, wenn die Balkan-Route geschlossen wird, bis hin zum Balkan-Krieg. Und? Passiert ist nichts! Bezüglich Brexit liefen auch genug Kampagnen, von Verlust von Arbeitsplätzen, Wirtschaftsleistung uvm. Nun mal schauen was jetzt passiert. Ich denke den "kleinen Mann" wird es ohnehin nicht betreffen. Allenfalls die Banken/Börsen werden Verluste einfahren. Danach wird sich wieder alles beruhigen. Auf jedenfall muss ich den Hut vor den Briten ziehen, die klar Brüssel die Stirn geboten haben. Leider sehe ich an solchen Aussagen von Herrn Brok, dass die Politiker mal wieder nichts gelernt haben. Was muss denn eigentlich noch passieren?

  • Das war natürlich wieder der unsägliche Spiegel-Troll mit seinen dümmlichen Aussagen!

    HBO, wann reagieren Sie ENDLICH!?

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