Peter Hargreaves
Brexit-Unterstützer verliert Hunderte Millionen Euro

Rund vier Millionen Euro machte Peter Hargreaves für die Brexit-Kampagne locker. Das Votum für den EU-Ausstieg wird für den Großaktionär des britischen Brokerhauses Hargreaves Lansdown nun aber noch teurer.

BerlinPeter Hargreaves war sich von Anfang an sicher, das Richtige zu unterstützen: Ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union werde dem Land gut tun, sagte der Gründer und Großaktionär des britischen Brokerhauses Hargreaves Lansdown schon vor einigen Wochen. Und er beschwor einen möglichen Brexit als Flucht vor den Deutschen. „Es wird wieder so sein wie Dünkirchen“, zitierte der „Guardian“ den EU-Kritiker, der damit auf die Evakuierung britischer Soldaten über den Hafen der nordfranzösischen Stadt anspielte, nachdem das Gebiet an die Nazis gefallen war.

Die Operation EU-Abschied ließ sich Hargreaves denn auch einiges kosten: Einer Kampagne spendete er insgesamt 3,2 Millionen Pfund (umgerechnet vier Millionen Euro). Hargreaves‘ Einsatz wurde schließlich belohnt, die Briten votierten mehrheitlich für den EU-Austritt. Allerdings hat der Abstimmungserfolg für den 69-Jährigen eine bittere Schattenseite.

Wegen der durch das Brexit-Votum ausgelösten Börsenturbulenzen verlor der Milliardär mehr als 400 Millionen Pfund (etwa 484 Millionen Euro). Die Aktien von Hargreaves Lansdown waren zeitweise um bis zu 25 Prozent eingebrochen. Der Kurs der Papiere konnte sich inzwischen wieder etwas erholen, die Aktie lag am Donnerstag aber noch immer rund elf Prozent im Minus.

Hargreaves reagierte sichtlich gelassen auf den Verlust. Es seien ja auch andere Papiere „ziemlich in den Keller gerasselt“, wird der Brite von englischen Medien zitiert.

Er bereue nichts. Schließlich habe er die EU-Austrittskampagne auch nicht aus Eigennutz unterstützt, sondern weil er der Überzeugung sei, „es wäre das Beste für Großbritannien“.

Hargreaves ist nicht der einzige Geldgeber der Brexit-Befürworter, der im Zuge der Turbulenzen Geld verloren hat. Zu den Verlierern zählen etwa Peter Cruddas (CMC Markets), Tim Martin (JD Weatherspoon) und Lord Wolfson (Next).

Die Entscheidung der Briten für einen Ausstieg aus der EU versetzte zudem Anleger weltweit in Panik. Aus Angst vor einer Wirtschaftskrise auf der Insel und einer Abkühlung der Weltkonjunktur sackten die Aktienindizes zeitweise um mehr als zehn Prozent ab. Für das Pfund Sterling ging es in der Spitze um elf Prozent nach unten. Der Dax brach um 6,8 Prozent auf 9557 Punkte ein. An der Wall Street schloss der Dow-Jones-Index der Standardwerte 3,4 Prozent tiefer auf 17.400 Punkten.

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