Ukip-Chef Nigel Farage
„Gewonnen, ohne eine Kugel abgefeuert zu haben“

Ukip-Chef Nigel Farage kann nach dem Brexit-Votum der Briten jubeln. Doch Beobachter sind skeptisch, ob er seine Versprechen halten kann.

LondonDas Endergebnis stand am frühen Freitag noch nicht fest. Doch Nigel Farage, Chef der europaskeptischen UK Independence Party (Ukip), hat den Tag bereits zum Unabhängigkeitstag Großbritanniens erklärt. „Ich glaube, wir haben es geschafft“, sagte der 52-Jährige vor jubelnden Anhängern.

Der 23. Juni werde als Unabhängigkeitstag Großbritanniens in die Geschichte eingehen. „Wir haben gewonnen, ohne eine einzige Kugel abgefeuert zu haben“, rief er in die Menge. Farage steht kurz davor, sein Ziel zu erreichen: einen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU).

Seit Jahrzehnten hat er darauf zugearbeitet, landauf, landab gepredigt, warum das notwendig sei und versprochen, dass Großbritannien dann wieder sein Schicksal in die Hand nehmen, sich Milliardenüberweisungen nach Brüssel sparen und die Zahl der Einwanderer deutlich einschränken könne. Doch Beobachter sind jetzt skeptisch, ob Farage wirklich all seine Versprechen einhalten kann.

Ursprünglich war Farage, der einst als Rohstoffmakler in der Londoner City gearbeitet hatte, Mitglied der konservativen Tory-Partei. Doch aus Protest gegen den Vertrag von Maastricht ist er ausgetreten und hat mit Gleichgesinnten 1993 Ukip gegründet.

Sie treiben seither die großen britischen Parteien vor sich her. Vor allem in den vergangenen Jahren hat Ukip in Meinungsumfragen kräftig zugelegt – die Partei, die andere Politiker als Ansammlung „Verrückter, Spinner und verkappter Rassisten“ bezeichnen.

Bei den Parlamentswahlen im Frühjahr vergangenen Jahres ging aber nicht alles nach Plan. Ukip wurde mit 12,6 Prozent Wählerstimmen zwar drittstärkste Partei. Sie bekam aber nur einen Unterhaussitz.

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Die Grenzen des guten Geschmacks überschritten

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