Brief an die EU
Was Berlusconi schreibt – und was nicht

Italien steht beim EU-Gipfel unter Druck: Die Regierungschefs wollen endlich Reformen sehen. Die hat Premierminister Berlusconi in einem Brief angekündigt – doch im eigenen Land hagelt es bereits jetzt Kritik.
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DüsseldorfNach drei Tagen ununterbrochener Kabinettsrunden und Geheimgespräche mit seinem Koalitionspartner Umberto Bossi von der Lega Nord hat Silvio Berlusconi in letzter Minute eine Blamage verhindert – zumindest vorerst. Jetzt muss der italienische Premierminister sehen, ob ihm die Chefs der anderen EU-Staaten glauben.

Die EU-Partner hatten ihn am Sonntag beim ersten Schuldenkrisen-Gipfel in Brüssel aufgefordert, bis heute zum zweiten Gipfel schriftlich darzulegen, wie Italien gedenke, konkret gegen die immense Staatsverschuldung anzugehen und welche Wachstumsmaßnahmen das Land ergreifen will. Italien müsse einen „klaren Zeitplan für konkrete Entscheidungen vorlegen“, sagte der EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn.

Der Brief ist jetzt fertig, die ganze Nacht habe Berlusconi daran gefeilt, schreiben die Zeitungen in Italien. Berlusconi stand im Wort: Am Sonntag hatte er in Brüssel angekündigt, dass er das Rentenalter in Italien auf 67 Jahre erhöhen wolle. Eine Reform des Rentensystems hatten schon im August EZB-Chef Jean-Caude Trichet und sein Nachfolger Mario Draghi von Italien gefordert.

Doch dann führte das „Nein“ der Lega beinahe zum Ende der Regierung in Rom. Für seinen Auftritt heute in Brüssel hat Berlusconi sein Gesicht gewahrt. 15 Seiten lang sei der Brief für die EU-Partner, so die Medien in Italien, die offenkundig den Inhalt schon kennen.

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  • @3844apt
    Banken müssen erst wirklich gerettet werden, wenn deren Schuldner pleite sind. Das wäre auch insgesamt deutlich günstiger als den Ländern ständig neues Geld für ihre Zinszahlungen zu geben.

    Also Griechenland (und Italien) pleite gehen lassen und dann die Banken stabilisieren.

    Sorry - aber dass die Banken den Fehler gemacht haben überschuldeten Ländern weiteres Geld zu liehen heißt doch nicht, dass die Länder, die sich selbst überschuldet haben, kein Fehler gemacht hätten.

    Und das Ganze findet doch nicht satt, weil man Italien oder Griechenland eins auswischen will. Die Italiener und die Griechen ergreifen als Menschen ihre Chancen wie alle. Leider greift jedes Land mal mit der eigenen Führung gründlich daneben.

  • Sie stehen auch in der Scheisse lieber teutonischer "Freund". Die Privatverschuldung der Teutonen ist
    immens, deren Banken marode und auf Abzockemethoden spezialisiert. Dem ital. Bürger geht es hingegen sehr gut, weil er alles andere als arm ist. Die Italiener sind zu fast 70% Immobilieneigentümer. Da träumen die Germans davon , Sie lieber Bierfreund !. Ich weiß
    Sie wollen mich Spaghettifresser nennen, aber inzwischen
    haben die Italiener Ihre Küche etwas zivilisiert - soweit es möglich war- . Sie - die Germans- "fressen" inzwischen ausßer Kartoffeln wesentlich mehr Spaghetti als die Italiener.
    Sie sollten weniger arrogant sein, lieber Teutone.
    Bescheidenheit siegt immer.

  • Sorry, es geht nicht um Banken und erst recht nicht um Freundschaften, sondern es geht um Macht der allzu Mächtigen! Hierfür werden als Argumentation die Worte Frieden und Wohlstand für Europa einfach missbraucht und durch das Handeln tatsächlich Neid und Hass innerhalb der Völkerregionen entfacht. Die Frage nach dem Warum oder gar einem Sinn für die angestrebte Gleichmacherei blieb mir bisher verborgen. Die Antwort war bisher "Alternativlos".

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