Brief an die G20
Geithner fordert Exportbremse

US-Finanzminister Tim Geithner hat mit einem Brief an die G20 seine Finanzminister-Kollegen verärgert. In dem Brief, der dem Handelsblatt vorliegt, verlangt Geithner, dass sich Länder mit hohen Exportüberschüssen verpflichten, etwa mit Steuererleichterungen die heimische Nachfrage anzukurbeln.
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WASHINGTON. Eine Exportbremse würde vor allem Deutschland, China, Japan und andere exportstarke Länder betreffen. Im Gegenzug müssten sich Länder mit chronischen Handelsbilanzdefiziten, also vor allem die USA, auf einen Sparkurs und die Förderung ihrer Exportwirtschaft verpflichten. Bereits im Sommer hatten die G20-Finanzminister einen ähnlichen Vorstoß Geithners abgelehnt Die G20-Finanzminister und Notenbankchefs treffen sich am Freitag und Samstag in Südkorea. Für Ärger sorgen dürfte vor allem, dass Geithner die Ungleichgewichte in den Handelsbilanzen als einen Anteil an der Wirtschaftsleistung klar definieren will. Wird dabei eine Grenze erreicht, müsste das Land seine nationale Wirtschaftspolitik ändern. "Ausnahmen kann es für strukturell starke Rohstoff-Exporteure geben", schreibt Geithner.

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  • Sollte es so werden, dass sich ein latenter, vielleicht auch ausgeprägter Protektionismus einstellt, so würde die Deutsche Volkswirtschaft mittlerweile auch hierauf vorbereitet sein.

    ich halte es für ausgesprochen wichtig, dass auf höherer und höchster Ebene darüber gesprochen wird, dass mit Einsetzen einer entsprechenden Entwicklung, den instituten und staatlichen institutionen der Freiraum geschaffen wird, die Preise zu regulieren, also in das Marktgeschehen einzugreifen.

    bitte berücksichtigen Sie umsichtigst, dass wir in einer neuen Phase internationalen und globalen Wirtschaftens hinein gleiten. Sie können also auf gar keinen Fall (!) mit den selben Antworten aufwarten, die Sie parat hatten, als das Wirtschaften noch expansiv war. Momentan sind die Strukturalisten gefragt, denn die wirtschaftliche Situation muss neuerlich analysiert werden. Deswegen werden die bestehenden Antworten korrekten Wirtschaftens nach und nach situationsbedingt (!)verkehrt sein. Es könnte also sein, dass ein Eingreifen in den volkswirtschaftlichen Prozess unausweichlich wird. Überdies kann ich sagen, dass Parameter begrenzt sind auf das im Alttag entstehende Mögliche. Es bestehen also nicht unendlich viele Konstellationen, mit denen auf entsprechende Entwicklungen reagiert werden kann. Diese Parameter müssen Sie jetzt alle lernen. Sie haben ungefähr bis Ende Februar Zeit dafür. Sie werden es sehen.


    Sie müssen diese Konzepte möglichst auch in den Unternehmen und betrieben aufzeigen, weil Sie anderenfalls im Ernstfall nicht vermitteln können, was zur Linderung möglicher Probleme beziehungsweise Gefahren führen würde.

    bbitte keine weiteren Eklats.

  • Geithners Schnappsidee würde gerade die Länder, welche sich noch etwas Handlungsfähigkeit mit ihren Exportüberschüssen erkämpfen, treffen. ich persönlich glaube nicht an eine konventionelle Lösung der Wirtschafts- und Finanzprobleme in den USA, Japan, und Europa. Es wird in einen der 3 Varianten Enden: Handelskrieg mit hohen Einfuhrzöllen, hohe inflation in USA und Europa oder die Saatspleite einzelner PiGS- Staaten und den USA, was wiederum inflation zur Folge hätte.

    Der Grundstein für diese Schuldenanhäufung wurde bereits im 20. Jahrhundert gelegt, als besonders gierige Menschen auf die idee kamen, virtuelle Wertpapiere im großen Stil zu verkaufen und somit Geld (oder Werte) geschaffen wurden welche nicht real existieren. Dennoch konnte man bisher einen geringen Teil dieser virtuellen Werte einlösen (etwa 15 Prozent). Soviel etwa hat die letzte Finanzkriese den Steuerzahler gekostet. Also sind noch 85 Prozent übrig, und der virtuelle Geldberg wird schon wieder angehäuft. Wer jetzt vom Ende der Finanzkriese spricht, lügt schlichtweg.

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