Brief an die UNO
Spanien: Verdacht auf ETA-Anschlag gerechtfertigt

Viele Spanier haben ihrer Regierung vorgeworfen, sie mit dem ETA-Verdacht an den Anschlägen in Madird in die Irre geführt zu haben. Doch habe das Land in Treu und Glauben gehandelt, wie die spanische Staatsführung in einem Brief an die UNO nun mitteilte.

HB NEW YORK. Nur wenige Tage nach den Anschlägen auf einige Pendlerzüge in Madrid äußerte die spanische Regierung öffentlich einen direkten Zusammenhang der Ereignisse mit dem Handeln der baskischen Terrororganisation ETA. Wie sich in den vergangenen Tagen herausstellte, war diese Organisation nicht an den Vorfällen beteiligt. Nun hat sich Spanien am Montag in einem Brief an den UNO-Sicherheitsrat für den ursprünglichen Verdacht auf ein ETA-Attentat gerechtfertigt.

Das Land habe in Treu und Glauben gehandelt, als es im Rat auf eine Resolution gedrängt habe, die die baskische Untergrundorganisation ETA für die verheerenden Anschläge verantwortlich gemacht hat, heißt es in dem Brief des spanischen UNO-Botschafters Inocencio Arias. Trotz einiger Bedenken hatte der 15-köpfige Rat die Resolution wenige Stunden nach den Attentaten am Donnerstag verabschiedet. Inzwischen konzentrieren sich die Ermittlungen auf eine Islamisten-Gruppe in Marokko, die Verbindungen zur El-Kaida-Organisation haben soll.

Ratskreisen zufolge war der Druck der Spanier, in der Entschließung die ETA zu nennen, sehr groß. Außenministerin Ana Palacio habe sogar ihren deutschen Kollegen Joschka Fischer angerufen, nachdem die deutsche Delegation im Rat in Frage gestellt habe, ob es sinnvoll sei, die ETA zu nennen. „Die Leute wollten den Spaniern glauben, obwohl sie tief im Innern wussten, dass es keinen definitiven Beweis dafür gab“, hieß es in den Kreisen weiter.

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