Brisantes Umfrageergebnis
Stimmung in USA auf historischem Tiefpunkt

Die politische Stimmung in den USA ist einer Umfrage zufolge im Keller. Es ist das schlechteste Ergebnis seit fast 20 Jahren. Vor allem eins macht vielen Amerikanern zu schaffen.

HB WASHINGTON. In der Umfrage von „New York Times“ und CBS News stimmten 81 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass die USA einen vollkommen falschen Kurs verfolgen und sich die Dinge in ihrem Land allgemein schlecht entwickeln. Im vergangenen Jahr hatten sich 69 Prozent der Befragten entsprechend negativ geäußert, Anfang 2003 waren es lediglich 35 Prozent. Nach Angaben der „New York Times“ war das Ergebnis der schlechteste Umfragewert seit Beginn der Erhebung gegen Anfang der 1990er Jahre.

Vor allem Wirtschaftssorgen machen vielen US-Bürgern zu schaffen. Die Kreditmarktkrise und eine drohende Rezession sind zu den beherrschenden Themen im Präsidentschaftswahlkampf geworden. Der aktuellen Umfrage zufolge finden lediglich 21 Prozent, dass es der US-Wirtschaft allgemein gut geht. Fast Zweidrittel der Befragten vertreten dagegen die Ansicht, dass sich die USA bereits in einer Rezession befinden.

Die schlechte Stimmung wirkt sich auch das Ansehen von Präsident George W. Bush aus. Nur 28 Prozent sind mit der Arbeit des Präsidenten einverstanden. 64 Prozent machen den Präsidenten persönlich für die Lage verantwortlich, 71 Prozent missbilligen vor allem seine Wirtschaftspolitik.

Für die Krise in der Wirtschaft und der Banken machen denn auch 40 Prozent die Regierung als Kontrollinstanz verantwortlich – mehr als Kreditgeber (28 Prozent) und Kreditnehmer (14 Prozent).

Obwohl sich die Stimmung im Land bereits zu Beginn des Irak-Krieges verschlechterte, sei es in den vergangenen Monaten noch mehr zu einer pessimistischen Haltung in den USA gekommen, heißt es. Zu Beginn des Präsidentschaftswahlkampfes im vergangenen Jahr wurden noch der Irak-Krieg und die Bekämpfung des Terrorismus als wichtigste Aufgaben vor der Wirtschaftspolitik angesehen. Doch die Einschätzung hat sich drastisch verändert. Nur noch 17 Prozent finden die Terrorbekämpfung wichtig, aber 37 Prozent die Arbeitsmarktpolitik.

Obama: Einige Jobs für immer veloren

Die Umfrage bezieht sich auf Telefonbefragungen von 1368 US-Bürgern in der Zeit vom 28. März bis 2. April.

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Senator Barack räumte jüngst ein, dass verlorengegangene Arbeitsplätze in der Industrie zum Teil für immer verloren seien. Es komme daher darauf an, ein Klima für neue Arbeitsplätze in anderen Branchen zu schaffen.

Obamas innerparteiliche Konkurrentin Hillary Clinton versucht bereits mit Plänen für ein Milliardenprogramm für Arbeitsplätze bei den Wählern zu punkten. Auf einer Wahlkampfveranstaltung in der Industriestadt Pittsburgh in Pennsylvania sagte Clinton, ihr Plan sehe Steuererleichterungen und Investitionen von jährlich sieben Milliarden Dollar vor. Finanzieren will sie das Programm mit der Abschaffung von Steuervergünstigungen für Firmen, die Arbeitsplätze ins Ausland verlagern.

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