Briten erwägen Beitritt zur Nafta
Briten hoffen heimlich auf Amerika

London prüft den Beitritt zur der nordamerikanischen Freihandelszone, bestätigt die britische Regierung dem Handelsblatt. Dabei sind die Beziehungen zu den USA gar nicht so besonders eng.
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LondonViele Brexit-Befürworter hoffen nach dem Abschied Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) auf lukrative Geschäfte mit der großen, weiten Welt – vor allem mit den USA. „Wir haben mit Amerika eine ganz besondere Beziehung“, wird die Premierministerin Theresa May nicht müde zu betonen. Sie war Anfang des Jahres auch als eine der ersten Regierungschefs nach Washington gereist, um dem neuen US-Präsidenten Donald Trump die Hand zu schütteln. Etwas weniger als ein Fünftel der Exporte aus Großbritannien geht in den USA, während gut ein Zehntel der britischen Importe aus den USA stammt.

Kein Wunder also, dass nun eine Arbeitsgruppe des Ministeriums für Internationalen Handel den Beitritt zur Nafta sondiert. Man wolle sich vorbereiten für den Fall, dass in den Brexit-Verhandlungen mit der EU keine Lösung gefunden werde, berichtete der „Telegraph“. Ein Sprecher des Ministeriums für Internationalen Handel bestätigte die Informationen des Zeitungsberichts auf Anfrage des Handelsblatt. Es sei die „Pflicht der Regierung, sich für jede Eventualität vorzubereiten“, sagte ein Ministeriumssprecher, „und genau das tun wir“. Großbritannien wolle alle bestehenden Vereinbarungen der EU fortführen. Am Vortag hatte Premierministerin May im britischen Parlament betont, dass man zwar eine Lösung mit der EU bevorzuge, sich aber auf „alle Eventualitäten“ einstelle.

Derzeit läuft in Brüssel die fünfte Verhandlungsrunde zwischen der EU und Großbritannien. Ein Durchbruch zeichnet sich nicht ab – beide Verhandlungsteams sind offenbar der Meinung, die andere Seite müsse sich stärker engagieren.

Das Freihandelsabkommen Nafta (North American Free Trade Agreement) wurde 1994 zwischen den USA, Kanada und Mexiko geschlossen. US-Präsident Trump steht dem Bündnis jedoch nicht sehr positiv gegenüber: Er hat im Zuge seiner „America-first“-Politik mit dem Austritt aus dem Bündnis gedroht. An diesem Mittwoch trifft er den kanadischen Ministerpräsident zu Gesprächen. Sollte Trump tatsächlich den Abschied aus der Nafta einläuten, dürften auch die Briten das Interesse verlieren.

Vor allem Brexit-Befürworter hoffen darauf, dass die britische Wirtschaft nach dem Brexit mit den USA gute Geschäfte machen wird und verweisen auf die „besondere Beziehung der beiden Länder“. Dabei beruht diese Einschätzung der „besonderen Beziehung“ nicht auf Gegenseitigkeit, sagte ein ehemaliger Regierungsbeamter der USA laut „Times“: Bei einer Veranstaltung erzählte Jeremy Shapiro, stellvertretender Staatssekretär in der US-Regierung bis 2013, dass zwar bei offiziellen Anlässen die Freundschaft betont wurde, doch hinter den Kulissen habe man darüber Witze gemacht. Die so genannte besondere Beziehung der beiden Länder sei „nie etwas gewesen, dass den USA wirklich wichtig” gewesen sei.

„Es war eine enge Beziehung, eine gute Beziehung und eine produktive Beziehung“, zitiert die Zeitung Shapiro. „Aber es war eine Beziehung, wie wir sie auch mit anderen Ländern hatten“. Trump nutze die verklärte Sicht der Briten um einen Deal mit Großbritannien zu erreichen, der für Amerika von Vorteil sei. Daher müssten sich die Briten darauf einstellen, die berühmt-berüchtigten Chlorhühnchen aus den USA auf dem Teller zu haben. Von denen, warnte er, werde dann es in Großbritannien „sehr viele“ geben.

Dass Trump nicht davor zurückschreckt gegen die Interessen der Briten vorzugehen, wurde dieser Tage deutlich: Die Zoll- und Strafgebühren, die das US-Handelsministerium auf Maschinen des kanadischen Flugzeugbauers Bombardier ankündigte, sorgen auch in Großbritannien für Empörung – schließlich hat Bombardier in Nordirland große Produktionsstätten, in denen unter anderem Flugzeugtragflächen hergestellt werden. Über 4000 Arbeitsplätze sollen in Gefahr sein. Premierministerin May erklärte, sie sei „bitter enttäuscht“ über die US-Strafzölle. Am Dienstag wurde über die Folgen der Zölle gegen Bombardier im britischen Parlament diskutiert.

Korrespondentin des Handelsblatts.
Kerstin Leitel
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Briten erwägen Beitritt zur Nafta: Briten hoffen heimlich auf Amerika"

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  • Herr Ebert, eine Oase sind die mit 15% Kest schon lange. Kaufen Sie mal eine Shell B Aktie. Wichtiger ist aber, daß die die EU nicht brauchen, mit der heutigen Schifffahrt u.s.w. kann jeder an jedem Ort der Welt arbeiten, für was brauchte man also die EU-Gangster ?

  • Hm, wenn ich mir überlege, dass Klein-England (ohne Wales, Scottland, Norirrland) zur Steueroase werden könnte, gefallen mit die Engländer immer mehr.

    Warum nach Malysia auswandern, wo Klein England doch so nah ist. Vielleicht lernen die Klein-Engländer von ihren Kolonien Malta, Zypern, Singapore oder Malta und werden eine Oase, wo man sich wohl fühlen kann.

  • BREXIT-FOLGEN
    Briten erwägen Beitritt zur Nafta
    Datum:
    10.10.2017 14:56 Uhr
    Nach dem Brexit ist Großbritannien ein bilaterales Handelsabkommen mit der EU nicht sicher. Als Alternative erwägt Mays Regierung wohl einem Beitritt zur Nafta, dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen.

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    Habe ich von Anfang an geschrieben dass sich England dem USA und JAPAN zuwenden solle !

    Jetzt noch die Republica Catelana abwarten und diese mit ins Boot nehmen !!!

    UND GLEICH DANACH ... MUSS PORTUGAL EBENSO EINEN REFERENDUM HALTEN ÜBER DEN EXIT AUS DER EUROPÄISCHER UNION !!!

    Lasst das Volk in Portugal Anfang 2018 darüber entscheiden ob es den EXIT AUS DER EU will oder nicht !
    PORTUGAL sei gewarnt dass wer sein Volk nicht entscheiden lässt auch dann kein Volk hat der mit macht !!!!!

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