Briten vs. EU
Offene Beziehung oder Scheidung?

Aus Europas Hauptstädten schallt Großbritanniens Premier Cameron heftige Kritik entgegen. Daheim wird er als „Eiserner Held“ gefeiert. Wollen die Briten eine offenere Beziehung zur EU oder steht die Scheidung kurz bevor?
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LondonFür Neuankömmlinge in Großbritannien kann es verwirrend sein, wenn der Nachbar erzählt, er fahre im Urlaub nach „Europe“. Europa? Sind wir da nicht schon? Im Alltagsenglisch wird mit „Europe“ gerne all das bezeichnet, was „auf dem Kontinent“ liegt - also eben nicht das Vereinigte Königreich selber. Und damit ist die über die Jahrhunderte geprägte, komplizierte Beziehung zwischen den Insulanern und der anderen Seite des Ärmelkanals bestens in Worte gefasst.

„Niemand ist eine Insel“, schrieb der englische Dichter und Metaphysiker John Donne im 17. Jahrhundert. „Jeder Mensch ist ein Stück des Kontinents, ein Teil des Festlands.“ Wirklich? In einer immer stärker globalisierten, zusammenwachsenden Welt scheint die Option der einsamen Insel vielen Briten plötzlich gar nicht mehr so bedrohlich.

Während die Entscheidung von Premierminister David Cameron, beim EU-Gipfel eine einheitliche Lösung für mehr Haushaltsdisziplin und Kontrolle zu blockieren, in Europas Hauptstädten geschockt hat, sieht es Daheim anders aus. Zwar schlagen Cameron auch dort Protestwogen entgegen, und die pro-europäischen Koalitionspartner von den Liberaldemokraten bekommen so langsam den Mut, sich zu wehren. Insgesamt scheint hat die Krise des Euro Großbritanniens Wunsch nach Distanz zu Brüssel noch zu verstärken. Statt einer Ehe scheint eine offene Beziehung ein Modell der Zukunft zu sein.

Es werde enorm schwierig werden, die Haushaltsdisziplin und den politischen Zusammenhalt zwischen 23 oder mehr EU-Ländern zu garantieren, sagt der Direktor der renommierten Denkfabrik Chatham House in London, Robin Niblett, voraus. Vor allem die gigantischen Unterschiede bei der Wettbewerbsfähigkeit ständen dabei im Weg. „Es ist derzeit vielleicht gar nicht so schlecht für Großbritannien, am Rande davon zu bleiben.“

Großbritanniens Wirtschaft braucht Europa. Das bestreitet auch Cameron nicht. Aber die Angst, irgendwann tatsächlich alleine dazustehen, wirkt nicht besonders ausgeprägt.

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Briten stehen hinter Cameron

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  • Einem Land wie dem Vereinigten Königreich, das sich seit seinem Beitritt 1973 noch nie für die Europäische Gemeinschaft begeistern konnte,steht es gut an, obige Frage in einem Referendum zu überprüfen.

    So gäbe es nach der entsprechenden Debatte endlich eine Übereinstimmung zwischen dem Willen des Volkes und seinen politischen Vertretern. Das Vereinigte Königreich hat viele weitreichenden, positiven Entwicklungen der EU jahrzehntelang sabotiert.
    Themengebiete wie Spekulation mit Nahrungsmitteln, direkte Demokratie, öffentliche Verkehrsmittel, erneuerbare Energien, Rechte der Arbeiter, Beschäftigung ihrer großen Unterschicht, Klimawandel, atomwaffenfreie Zonen, Wikileaks etc. hat es nicht als Bereicherung, sondern als Belastung empfunden.

    Die Engländer sind dem Commonwealth näher als Europa. Ansonsten sind sie feine Leute, im Notfall selbstgenügsam und bescheiden und werden ihre Isolation ganz gut überleben - ein bisschen 'inkontinent' eben, mit zwanzig Tassen Tee.

    Und wenn sie dann nach Europa fahren, brauchen sie kein Ticket im Eurostar - es reicht, mal kurz über Hadrians Wall zu schauen, wie es den Schotten so geht, als souveräne Mitglieder einer größeren Gemeinschaft.




  • Goodbye Britannia.We won't miss you!

  • Nachkriegsrecht, ne???

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