David Cameron
Premier mit Schnösel-Image

David Cameron ist seit fünf Jahren britischer Premier – und will es bleiben. Seine Bilanz ist gemischt. Das Land zu einer faireren Gesellschaft umzubauen, ist nicht gelungen. Einen vermeintlichen Makel wird er nicht los.
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LondonWenn David Cameron sich im offenen Hemd und mit hochgekrempelten Ärmeln vors Wahlvolk stellt und entschlossen die Faust ballt, wirkt er auf viele ein bisschen verloren. Der konservative britische Premierminister hat sich in den fünf Jahren seiner Amtszeit stets um Volksnähe bemüht. Und er wirkt dabei noch heute genau so: bemüht.

Cameron kann es nicht abschütteln, von vielen Briten noch immer über seine Herkunft definiert zu werden. Sein Vater war ein erfolgreicher und wohlhabender Börsianer. Der junge Cameron besuchte die besten und teuersten Schulen und Universitäten. Das Internat Eton oder die Universität Oxford stehen für Weltniveau in der Ausbildung. Und auch für allerbeste Kontakte in die einflussreichsten Zirkel, lebenslang.

Der Student Cameron tauchte – wie Londons Bürgermeister Boris Johnson und Schatzkanzler George Osborne – auf einem Foto als Mitglied des Bullingdon Clubs auf. Der Club ist eine Oxford-Vereinigung ausschließlich männlicher Jünglinge aus schwerreichem Hause.

Es wird viel getrunken, hin und wieder auch die Einrichtung eines Restaurants mutwillig zerlegt – und sofort danach bezahlt. David Cameron, der reiche Schnösel. In der Murdoch-Affäre kam der Premier Cameron in die Bredouille, weil Leute, die mit dem Gesetz in Konflikt gerieten, seine Kumpels von damals waren.

Cameron, den sein Oxford-Professor Vernon Bogdanor als „einen der fähigsten Studenten“ bezeichnet, den er jemals unterrichtete, ist ein Karrierepolitiker. Er begann in der Presseabteilung der Downing Street, als Margaret Thatcher Premierministerin war, diente später auch im Team von Thatchers Nachfolger John Major. 1997, als Labour-Mann Tony Blair in die Downing Street einzog, hatte Cameron sich erstmals um ein Mandat beworben. Was damals zunächst misslang, glückte 2001: David Cameron errang einen Sitz für das Unterhaus.

In einer Phase, in der die Tories von Niederlage zu Niederlage geschubst wurden, begann der Stern des heute 48-Jährigen aufzugehen. 2005 wurde er Parteichef, 2010 schließlich griff er nach dem Schlüssel zur Downing Street. Er schaffte es bedingt. Noch heute nehmen ihm parteiinterne Kritiker übel, dass er gegen den glücklosen und unbeliebten Amtsinhaber Gordon Brown keinen klareren Sieg einfahren konnte und eine Koalitionsregierung mit den Liberaldemokraten eingehen musste.

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