Erdbeben bei Labour, LibDems und Ukip
Die Stunde der Verlierer

David Camerons Tories gewinnen die absolute Mehrheit – und stürzen die Konkurrenten ins Verderben. Vize-Premier Clegg trat als Parteichef ab, ebenso wie Rechtspopulist Farage – Labour-Chef folgte nur kurze Zeit später.
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LondonDie Konservative Partei von Premierminister David Cameron hat die für eine Alleinregierung nötige absolute Mehrheit im britischen Unterhaus gewonnen. Die Tories erreichten am Vormittag die Schwelle von 325 der 650 zu vergebenden Mandate; vier Sitze aus Nordirland bleiben traditionell unbesetzt. „Ein süßer Sieg“, sagt Cameron.

Der Erdrutschsieg der Konservativen hat bei den Konkurrenten ein politisches Beben ausgelöst: Der bisherige Vize-Premier Nick Clegg hat als erstes Konsequenzen gezogen: Er trat als Chef der Liberaldemokraten zurück. „Grausam“ sei die Nacht und „eine Abstrafung“ hatte Clegg zuvor gesagt. „Ich muss die Verantwortung tragen und ich trete als Vorsitzender der Liberaldemokraten zurück“, sagte Clegg dann am Freitagvormittag in London. Die Partei des 48-Jährigen hat nur noch acht Sitze im Unterhaus – 2010 hatten die Liberaldemokraten noch 57 Parlamentarier entsenden können. Clegg war seit 2007 Parteichef der Liberaldemokraten. Er gilt als einer der europafreundlichsten Politiker in Großbritannien, gewann sein Direktmandat in Sheffield und kann seine Arbeit als Abgeordneter fortsetzen.

Ebenfalls bitter enttäuscht erschien Labour-Chef Ed Miliband vor seinen Anhängern. Als Camerons Herausforderer konnte er dem Amtsinhaber letztlich nicht gefährlich werden. Freitagmittag zog er auch politische Konsequenzen aus der Pleite und trat als Vorsitzender der Labour-Partei zurück. Zuvor hatte bereits die BBC über den möglichen Rücktritt berichtet. Miliband war seit 2010 Labour-Chef, nachdem er seinen Bruder David bei einem Parteitag im Rennen um den Vorsitz knapp überflügelt hatte.

Eine schwere Wahlschlappe gab es auch für die britischen Rechtspopulisten von der UK Independence Party (Ukip): Parteichef Nigel Farage schaffte es nicht ins britische Parlament. Der Vorsitzende der Euro-kritischen Partei verlor mit 32 Prozent der Stimmen bei der Unterhauswahl in seinem Wahlkreis South Thanet an der britischen Ostküste gegen den Kandidaten der Konservativen Partei, Craig Mackinlay (38 Prozent).

Anschließend trat Farage als Ukip-Chef zurück. „Ich bin ein Mann, der sein Wort hält“, sagte er am Freitag. Vor der Wahl hatte der EU-Parlamentarier angekündigt, den Ukip-Parteivorsitz niederzulegen, sollte er sein Direktmandat nicht gewinnen und nicht ins Parlament einziehen können. Er empfahl Suzanne Evans aus dem Parteivorstand als vorläufige Nachfolgerin.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Dieses Wahlrecht ist doch Mist. Die drittstärkste Partei mit enormen Zugewinnen bekommt nur einen Sitz. Das steht doch überhaupt nicht im Verhältnis zum Wahlergebnis!

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