Wahl in Großbritannien
Ein heißes Rennen Kopf an Kopf

Im Wahlkampf Schweigen die Kontrahenten über mögliche Koalitionen. Denn Labours und Tories setzten beide darauf, doch noch die absolute Mehrheit an Stimmen zu holen. Die Chancen dafür stehen jedoch schlecht.
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LondonNie in den vergangenen Jahrzehnten war der Ausgang einer britischen Parlamentswahl so offen wie dieses Mal. Die beiden großen Parteien – die sozialdemokratische Labour Partei und die konservativen Tories – liegen Umfragen zufolge nahe beieinander, ohne eine Chance auf die absolute Mehrheit.

Die große Frage ist, wie viele Stimmen die beiden großen Parteien am Donnerstag an die Rechtspopulisten der United Kingdom Independent Party (Ukip) und die schottischen Nationalisten (SNP) verlieren und was dies für die Sitzverteilung im Londoner Unterhaus bedeutet. Dominiert wurde der Wahlkampf vor allem von innenpolitischen Themen sowie der Einwanderungspolitik. Aber auch die Mitgliedschaft Großbritanniens in der Europäischen Union steht zur Wahl.

Für Premierminister David Cameron ist die Lage nicht frei von Ironie. Die Wirtschaft des Landes hat sich während seiner Regierungszeit vom tiefsten Abschwung seit Ende des Zweiten Weltkriegs erholt und ist zu einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der industrialisierten Welt geworden.

Dennoch fühlen viele seiner Landsleute, dass davon bei ihnen nichts ankommt. Sie machen die Zuwanderung vorwiegend aus den osteuropäischen EU-Staaten verantwortlich für die Sparpolitik sowie die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt, im Gesundheitsdienst und in den Schulen.

Cameron hat eine Volksabstimmung über den weiteren Verbleib des Landes in der EU für 2017 zugesagt, auch um die Abwanderung der rechten Wählerschaft zu Ukip zu stoppen. Die Gefahr für Cameron ist, dass sich das rechte Lager spaltet und es am Ende für viele konservative Kandidaten nicht reichen könnte, ihren Wahlkreis zu erobern.

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