Parlamentswahlen Großbritannien 2017

Parlamentswahlen in Großbritannien
Schwarzer Tag für Theresa May

Die konservative Partei von Premierministerin Theresa May hat nach ersten Prognosen die Parlamentswahl in Großbritannien gewonnen. Die Rechnungen gehen aber auseinander, ob es für die absolute Mehrheit reicht.
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LondonDie britischen Wähler haben Premierministerin Theresa May eine Zitterpartie beschert. Nach Hochrechnungen könnte sie mit ihren Konservativen sogar die absolute Mehrheit verloren haben. Die BBC sah die Tories bei 322 Sitzen, das würde nicht für eine alleinige Regierungsmehrheit reichen. Rechnungen im Auftrag der Nachrichtenagentur PA sahen die Konservativen dagegen nach der Auszählung der ersten 100 von 650 Wahlkreisen bei 330 Sitzen. Damit könnte Mays Partei ohne Partner an der Macht bleiben. Die kritische Marke liegt bei 326 Sitzen.

Mays Wahlkampf-Strategie und ihre ungelenkes Auftreten in der Öffentlichkeit hatten ihr viel Kritik eingebracht. Die Labour-Partei mit ihrem Chef Jeremy Corbyn konnte nach der Prognose zulegen und kommt jetzt auf 252 (PA) bis 261 (BBC) Sitze. Labour-Chef Jeremy Corbyn hat die britische Premierministerin Theresa May bereits zur Aufgabe aufgefordert, um Platz für eine Labour-Regierung zu machen.

Corbyn: May hat Vertrauen verloren

May habe mit ihren Konservativen Sitze, Stimmen, Unterstützung und Vertrauen verloren, sagte Corbyn am frühen Freitagmorgen nach der Bekanntgabe seines Wahlsiegs im Wahlkreis Islington North. „Das ist wirklich genug, um zu gehen und Platz zu machen für eine Regierung, die wirklich alle Menschen dieses Landes repräsentiert.“ Die Menschen hätten genug von Einschnitten bei den öffentlichen Ausgaben und einem schlecht finanzierten Gesundheitssystem.

Er sei „sehr, sehr stolz“ auf den Wahlkampf seiner Labour-Partei und die Ergebnisse aus den Wahlkreisen überall im Land. „Was immer das endgültige Ergebnis sein wird, unser positiver Wahlkampf hat die Politik zum Besseren verändert“, teilte Corbyn über Twitter mit.

Kommentatoren wiesen darauf hin, dass die Zahlen noch ungenau sein könnten und eine absolute Mehrheit noch möglich sei. Ein belastbarer Trend sollte im Laufe der Nacht feststehen - nach Auszählung der meisten der 650 Wahlbezirke. Das amtliche Endergebnis wird am Freitagnachmittag veröffentlicht.

Mit der Neuwahl wollte May eigentlich die Mehrheit der Konservativen deutlich ausbauen und sich Rückendeckung für die Verhandlungen über den EU-Austritt ihres Landes (Brexit) holen. Zeitweise wurde in der Nacht sogar ihr Rücktritt nicht mehr ausgeschlossen. Am 20. Mai schrieb die 60-Jährige in sozialen Netzwerken: „Wenn ich nur sechs Sitze verliere, dann verliere ich diese Wahl und (Labour-Chef) Jeremy Corbyn wird mit Europa am Verhandlungstisch sitzen.“

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