Britische Bank-Kommission
Neuordnung des Finanzsektors wird geprüft

Die von der britischen Regierung ins Leben gerufene Banken-Kommission (ICB) hat ihren ersten Bericht vorgelegt. Die Mitglieder prüfen derzeit eine Trennung von Privatkundengeschäft und Investmentbanking.
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HB LONDON. Auf den britischen Finanzsektor könnte möglicherweise eine gewaltige Neuordnung zukommen. Eine von der Regierung vor drei Monaten ins Leben gerufene unabhängige und hochkarätig besetzte Kommission erklärte am Freitag in ihrem ersten Bericht, sie prüfe eine Trennung von Privatkundengeschäft und Investmentbanking. Zudem untersuche sie, welche Folgen Beschränkungen für den Eigenhandel und das Investment hätten. Als Folge der Finanzkrise erwägt die Regierung, die Macht der heimischen Banken einzuschränken und den Wettbewerb zu verstärken. Der Kommission (ICB) gehören fünf ehemalige Top-Banker sowie weitere Mitglieder des Finanzsektors an. Zugleich betonte die Kommission, sie bevorzuge bisher noch keine Optionen. Der Verband der britischen Banker begrüßte das ICB-Papier. Es biete Raum für konstruktive Lösungen.

Analysten und Verantwortliche im Bankensektor halten es für sehr unwahrscheinlich, dass die Banken letztendlich dazu gezwungen werden, sich aufzuspalten. Deshalb reagierten die Aktien der heimischen Großbanken am Freitag kaum auf die Veröffentlichung des Strategiepapiers. Ganz ohne Druck von außen kam es zuletzt bereits zu großen Managementveränderungen bei den englischen Geldhäusern. Kreisen zufolge bekommt Europas größte Bank HSBC einen neuen Chef. Derzeit sucht auch das teiltverstaatlichte Geldhaus Lloyds nach einem neuen Chef, während Barclays erst kürzlich einen neuen Vorstandsvorsitzenden gefunden hat. Dort nimmt im kommenden Jahr der bisherige Leiter des Investmentbanking, Bob Diamond, auf dem Chefsessel Platz.

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