Britische Medien feiern Angela Merkel
Jetzt kommt die „Tony-und-Angie-Show“

Die britischen Medien haben Gerhard Schröder bereits abgeschrieben. Zahlreiche Kommentatoren feiern den Abschied von "Good Gerd" und stürzen sich auf den neuen Liebling Angela Merkel. Die Presse gibt ihr Namen wie „Iron Mädchen" oder „Germany's Thatcher“. Die Begeisterung ist teils so groß, dass ihr auch schon mal vier Kinder angedichtet werden.

HB LONDON. Wenn er mit „Good Gerd“ verabredet war, stand Tony jedes Mal an der Haustür wie ein Junge, der auf seinen besten Freund wartet. Der Besuch konnte ruhig zu spät kommen, es gab immer endloses Schulterklopfen. Doch nun liebäugelt Tony plötzlich mit Angie, und sein alter Freund ist ihm nicht mehr so wichtig. Für so was gibt es im Englischen ein deutsches Lehnwort: Realpolitik.

Politiker gehen mit dem Begriff „Freund“ großzügig um, doch Blair und Schröder mochten sich wirklich. Als der britische Premierminister einmal eine wichtige Abstimmung durchzustehen hatte, schickte ihm der Kanzler einen aufmunternden Gruß - der Adressat war „tief bewegt“. Selbst der Irakkrieg, in dem beide entgegengesetzte Positionen vertraten, belastete ihr Verhältnis nicht ernsthaft.

Als sich die CDU-Vorsitzende Angela Merkel 2003 erstmals darum bemühte, von Blair in der Downing Street empfangen zu werden, konnte man spüren, wie sehr dieser darauf bedacht war, Schröder nicht zu verärgern. Hinterher sagte er über das Treffen kein Wort - sie dagegen war begeistert.

In der vergangenen Woche nun war Blair in Berlin - und besuchte die Kanzlerkandidatin noch vor Schröder. „Das hieß praktisch: „Du bist am Ende, Gerhard! Von jetzt an geben wir die Tony-und-Angie- Show“, interpretierte die „Daily Mail“. Unter Berufung auf Downing- Street-Quellen berichtet nun die gesamte britische Presse, „Chancellor Schroeder“ sei für Blair schon „dead meat“ - politisch tot.

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