Britische Opposition erneuert Forderung nach Untersuchungsausschuss
Neuer Chef für US-Waffeninspektoren

Die US-Waffeninspektoren, die derzeit in Irak nach Hinweisen auf Massenvernichtungswaffen suchen, haben einen neuen Chef. Es handelt sich um einen früheren UN-Waffeninspektor.

HB BERLIN. Die 1400 amerikanischen Waffenexperten, die im Irak nach Massenvernichtungswaffen suchen, haben einen neuen Chef. Der frühere UN-Kontrolleur Charles Duelfer hat die Nachfolge des bisherigen Leiters David Kay angetreten. Dieser war am Freitag zurückgetreten. Er glaube nicht, dass Irak in den 90er Jahren noch ein Waffenprogramm von großem Ausmaß unterhielt, sagte Kay zum Abschied.

Seine Aufgabe sei es, die Wahrheit zu finden, «egal, wie sie aussieht», erklärte Duelfer, der bereits in den 90er Jahren für die Uno als Waffeninspekteur in Irak tätig war. Vor dem Irak-Krieg hatte er den harten Kurs der US-Regierung gestützt, sich nach bislang erfolgloser Suche der Vereinigten Staaten aber zunehmend skeptisch gezeigt, dass noch Massenvernichtungswaffen gefunden werden.

Die britische Opposition verlangte nach dem Führungswechsel eine erneute öffentliche Untersuchung zu den Gründen für den Kriegseintritt Großbritanniens. Der frühere Außenminister Robin Cook, der im März aus Protest gegen den Krieg zurückgetreten war, erklärte, es sei «würdelos, wenn der Premierminister weiter daran festhält, dass er Recht hatte, während jetzt alle sehen können, dass er sich irrte».

Tony Blair hatte als Hauptverbündeter von US-Präsident George W. Bush den Krieg gegen Bagdad unter anderem mit der Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen begründet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%